Erlebnisse bei Dauerläufen (22.02.2012)

 

Die Eingewöhungszeit ist so langsam aber sicher vorbei. Mittlerweile weiss ich, wo alle wichtigen Dinge zu finden sind und die Wettkampfsaison rückt auch immer näher. Nichts desto trotz erlebt man immer wieder interessante Dinge im Alltag. Dinge, die mir in Deutschland auch begegnen könnten, sicherlich aber auf eine andere Weise. Meine Anspielungen gehen dabei in Richtung zweier Dauerläufe der letzten Tage.

 

Letzten Freitag laufe ich wie gewöhnlich für meine morgenliche Runde durch ein benachbartes Wohngebiet. Nur leicht verwundert, dass mal jemand die spärlich vorhandenen Gehsteige nutzt (dazu folgt in den kommenden Tagen noch ein Eintrag), überholte ich nichtsahnend ein alte Lady. Diese ruft mir sofort einige Worte nach, die ich aufgrund meiner Musik zunächst nicht verstehen konnte. Bei uns wäre ich vermutlich einfach stumpf weitergelaufen, da die älteren Herrschaften oftmals nur dumme Sprüche ablassen. Aber hier dachte ich mir schnell reagierend, was die alte Dame wohl möchte. Nach dem üblichen Austausch der wichtigsten Infos wie Herkunft (USA-Deutshcland), der "Lebensaufgabe" (Renterin-Student), etc. kam sie dann recht rasch auf ihr morgenliches Tun zu sprechen. Die Renterin verteilte in besagtem Wohngebiet Flyer ihrer Kirche. Zahlreiche Freikirchen verfolgen die Absicht fremde Menschen zu den sonntäglichen Gottesdiensten einzuladen. Dabei zielt die Intention dieser Menschen keineswegs immer darauf ab, Menschen zu missionieren und von der "Freikirchenbewegung" zu überzeugen. Die Amerikaner sind einfach weltoffen und darum bemüht mit Menschen fremder Herkunft in Kontakt zu treten, so auf der Straße, in der Mall, meist ü Kann man sich nicht unbedingt auf Anhieb vorstellen, ist aber so.....

 

Das zweite Dauerlauferlebnis geht in eine ganz andere Richtung. Heute bin ich mal mit einem unserer Kenianer aus dem Team gelaufen. In der Regel laufen wir die lockeren Dauerläufe zusammmen in der Gruppe, die zügigeren Läufe aufgrund der unterschiedlichen Tempi aber auch oft alleine. Gesprächsthema unseres netten Dauerlaufs war Kenia und die Läufer dort, wie könnte es anders sein. Er erzählte mir beispielsweise über seine Trainingserlebnisse mit den schnellsten Kenianern, z.B. Geoffrey Mutai. So rennen die Kenianer wirklich ohne Uhr und in der Regel nach Gefühl, die Orientierung erfolgt an den schnellsten Läufern. Außerdem sind die Ostafrikaner meist nicht in einer Gruppe unter 10 Athleten anzutreffen, im Pulk laufend werden die Trainingsvorgaben erfüllt. Teamwork heisst die Maxime. Mein durchaus positiver Eindruck von Kenia hat sich somit weiter verfestigt. Ich konnte meine Kenntnisse über die dortige Trainingsphilosophie und auch vorhandenen Möglichkeiten für Trainingslager ausbauen. Der Entschluss wurde heute gefasst: Ich muss dahin!!! Mal sehen, wann....

 

Um nicht nur meine Worte sprechen zu lassen, habe ich nachfolgend die Fotos der vergangenen Tage gepostet:

 

Unsere Laufgruppe von vorne

 

Das Gebäude meines Fachbereichs: Business

 

Unsere Laufgruppe von hinten

 

Ein Teil unseres Teams
Das Mittwochs-Pool-WorkoutSonnenuntergang nahe der Uni

 

 

 

Termine (20.02.2012)

 

Das Training der letzten Wochen scheint langsam Früchte zu tragen, zumindest merke ich das an den Zeiten bei den Dauerläufen und auch Tempointervallen. Auch zu den Wettkämpfen ist es nicht mehr wirklich lange hin, so langsam geht es ans "Eingemachte" würde man sagen. Nachfolgend aufgelistet also deshalb mal die in diesem Frühjahr angepeilten Starts mit meinem Team der Cameron University. Diese Aufstellung wird sicherlich noch um den ein oder anderen Wettkampf ergänzt werden:

 

 08.03.2012   Tarleton State InvitationalStephenville, TX5000 m
 23.03.2012   UTA Bobby Lane InvitationalArlington, TX5000 m
 31.03.2012   Bison Open,Shawnee, OK5000 m / 10000m
 18.04.2012   Kansas University RelaysLawrence, KS10000m

 

Fest steht auf jeden Fall bereits mein Start beim Brüder-Grimm-Lauf vom 08.-10.06.2012. Diesen Etappenlauf durch meine Heimat konnte ich in 2009 mit Streckenrekord gewinnen, habe also beste Erinnerungen daran. Näheres dazu folgt noch.

 

Als Abschluss will ich euch mal einen Eindruck meines heutigen Dauerlaufs zeigen.

http://youtu.be/4gH1lATxjK0

 

 

 

Alternatives Training (15.02.2012)

 

Nachdem ich euch letzte Woche von einer unserer Regenerationsmaßnahmen erzählt habe, nämlich dem „tödlichen Eisbad“, möchte ich an dieser Stelle von einer positiven Wirkung der Erholung, dem Aquajoggen, berichten. Der Europameister von 2006, Jan Fitschen, pflegt diese Art des/der Trainings/Regeneration bereits seit langem, sie ist bei ihm seit einigen Jahren fester Bestandteil der wöchentlichen Bewegungsabläufe. In der Vergangenheit habe ich auch das ein oder andere Mal Aquajoggen in meinen Trainingsplan integriert, allerdings war ich von meinem Tun nie wirklich überzeugt. Das lag wahrscheinlich zum einen daran, dass die genaue Wirkung von Aquajogging im Rahmen eines Trainings bei jedem unterschiedlich ausfällt, zum anderen die breite Masse nicht genau weiß wie mit dem „unbekannten Element“ umzugehen ist.

 

Hier in den USA bleibt mir quasi keine Wahl als dem Trainingsplan folgend mindestens einmal pro Woche mit einem Gürtel bepackt ins Wasser zu gehen. Im Rahmen eines Interviews mit dem Europameister habe ich nun meine persönliche Überzeugung von Aquajoggen gefunden: für mich ist es ganz klar eine Maßnahme zur Regeneration. Der Wasserdruck wirkt wie eine Art Massage und lockert die verspannte Muskulatur auf. Harte Trainingseinheiten können wesentlich besser verkraftet werden, wenn man direkt im Anschluss oder bei dem darauf folgenden Training das Wasser wirken lässt.

 

Probiert es doch einfach mal aus…

 

 

 

Wetterkapriolen (11.02.2012)

 

Das Wetter hatte ich ja bei meinem täglichen Tun bereits das ein oder andere Mal angesprochen. Die deutschen Wälder vermissend renne ich die Feldwege rauf und runter, bin dabei oft den sturmartigen Bedingungen ausgesetzt. Was sich aber vor ein paar Tagen witterungsbedingt bot, war mir allerdings noch nie widerfahren. Man muss dabei ja immer berücksichtigen, dass unser Team im Gegensatz zu den anderen Sportarten der Uni, z.B. Basketball, im Freien trainiert und wir somit am „Brennpunkt des Geschehens“ sind.

 

Fakt war nun, dass es am letzten Wochenende zum ersten Mal geschneit hatte. Wie in der Zwischenzeit erfahren ist das wohl ein einmaliges Ereignis im Jahr, entsprechend groß war zumindest die Freude über die weiß Pracht in der Bevölkerung. Das Kuriose sollte bereits am Nachmittag folgen, wo der Schnee aufgrund der stark steigenden Temperaturen schnell am Schmelzen war. Das Thermometer kletterte auf von zunächst ca. -2 Grad auf 15 Grad. Am darauffolgenden Tag trainierten wir unsere Tempoläufe bei ca. 20 Grad in kurzer Hose! Also ihr seht, ein für den Organismus nicht unbedingt allzu leicht zu bewältigender Temperaturanstieg innerhalb weniger Stunden. So geht das hier öfters.

 

Eine Parallele an der ganzen Geschichte zu Deutschland scheint es dann aber doch zu geben: Die Bevölkerung hier ist ähnlich wie bei uns total am Ausflippen, insbesondere was den Verkehr angeht. Der einzige Unterschied ist, dass in den USA Winterreifen keine Anwendung finden und auch keine Räumfahrzeuge vorhanden sind. Demensprechend ist die Panik von Uncle-Sam in meinen Augen beim Befahren der Straßen doch nen bissl zu verstehen….

 

 

 

US-Läuferkultur (08.02.2012)


Nachdem ich nun einige Tage hier in den USA bin, habe ich mich auch so langsam mit deren Läuferkultur angefreundet. Dazu gehörte zum Beispiel das heutige Eisbad nach unserem Tempotraining. Die Beschreibung des Ganzen: es war grauenvoll. Zumindest die ersten drei Minuten waren wie prophezeit wirklich schlimm, ehe sich dann der Körper an die kühle Temperatur gewöhnt hat. Kühl bedeutet ca. 8-10 Grad, was sich auf den ersten Eindruck nicht kalt anhört, aber definitiv ist. In diesem Eisbad soll man quasi die Beine kühlen, damit die Regeneration beschleunigt wird. Durch die Kühle  verengen sich die Blutgefäße, um nach der Kühlung wieder überschießend stark durchblutet zu werden. Die insgesamt stark gesteigerte Durchblutung fördert somit besser den Abbau von Abfallprodukten in der Muskulatur und lässt ggf. auftretende Muskelverletzungen schneller heilen. Zahlreiche Spitzenläufer, u.a. Paula Radcliffe oder auch Meb Keflizighi, sind für diese Art der Regeneration bekannt.


Besonders wichtig ist den Läufern hier drüben die wöchentlich absolvierte Kilometerzahl, das sog. „Mileage“. Diese Kenngröße wird natürlich an jeden Läufer entsprechend nach Niveau und Wochenbelastung angepasst. Aber nicht nur auf unserem Trainingsplan heisst es „get your miles in“, auch der Trainer erinnert einen immer wieder an diesen Parameter. Das bedeutet aber nicht, dass die beiden Tempoeinheiten pro Woche deshalb langsamer absolviert werden. Ein qualitativ hochwertiges Tempoprogramm hat nichts desto trotz eine nicht zu unterschätzende Bedeutung.


Als weiteres Element lerne ich auch sukzessive die amerikanischen Läufer kennen und nehme mir an ihnen neue Vorbilder. Ein Läufer, den ich bereits früher schon kannte und dessen Kampfgeist mich nun wieder aufs Neue beeindruckt hat, ist Steve Prefontaine. Er ist in den USA  Vielen ein Idol. Prefontaine, dessen Spitzname auch „Pre“ war, hat zahlreiche amerikanische Rekorde und Titel errungen sowie durch international vordere Platzierungen auf sich aufmerksam gemacht. Aus diesem Grund möchte ich euch zum Abschluss ein Video von ihm präsentieren, was mich nachhaltig beeindruckt hat, nicht zuletzt auch wegen der Musik :-)

       

 

http://www.youtube.com/watch?v=dlyfer4qxoa&feature=fvst

                                          Die Läuferlegende: Steve Prefontaine


 

 

 
Impressionen aus den USA (04.02.2012)


An dieser Stelle möchte ich mal ein paar weitere Eindrücke, die das tägliche Leben hier auf dem Campus betreffen, schildern. Beginnen darf ich daher mit den wirklich hilfsbereiten und sympathischen Menschen in den USA. Entgegen vielen Vorurteilen wurde ich sehr herzlich empfangen und erhalte auch immer Hilfe. Die Verantwortlichen drängen sich nicht auf, sind aber auf Nachfrage stets mit Rat und Tat zur Seite.


Eine weitere sehr beeindruckende Tatsache ist, dass viele Amerikaner aus Lawton und Umgebung Deutschland kennen. Mit diesem Terminus meine ich konkret, dass mir bereits viele Menschen begegnet sind, die im Rahmen ihres Einsatzes in der US-Armee in Deutschland gelebt haben. So sprach mich ein Professor an, ob ich „Hanau“ kenne, eine Kommilitonin fragte mich nach „Wiesbaden“. Da ich als Südhesse in letzterer Metropole zwei Jahre gelebt und in Hanau sämtliche Praxisabschnitte meines dualen Studiums absolviert habe, war ich natürlich sehr interessiert. Hintergrund dieser „Kuriosität“ ist, dass Lawton sich als ein Hauptstützpunkt der US-Armee auszeichnet. Mit anderen Worten, der Anteil an mal in Deutschland stationierten Amerikanern in und um Lawton ist gewiss größer als in anderen Gegenden des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten.


Leider tröstet diese insgesamt sehr freundliche Atmosphäre nicht darüber hinweg, dass ich bisher keinen guten Kaffee bekommen habe. Diejenigen, die mich besser kennen, wissen, dass ich am liebsten einen gut aufgesetzten Filterkaffee trinke. Allerdings blieb mir dieser Wunsch sowohl auf dem Campus, als auch im zivilen Leben hier verwehrt. Ich bin aber optimistisch diese bisher verpasste „Chance“ noch nachholen zu können.


Festzuhalten bleibt an dieser Stelle, dass sich meine gewonnenen Eindrücke nur auf die Umgebung von Lawton konzentrieren und keine generelle Verallgemeinerung auf die USA zulassen. Sicherlich laufen manche Dinge in diesem riesigen Land ganz anders ab als im Bundesstaat Oklahoma -ähnlich wie in Deutschland, wo Bayern und Niedersachsen beispielsweise auch unterschiedliche Bräuche und Ansichten haben.


Versprochen ist, dass demnächst auch meine Kamera öfters zum Einsatz kommen wird, um euch die ein oder andere Impression auch in fotografischer Weise näher zu bringen.

 


 

Trainingsumgebung (28.01.2012)

 

Wie hat man sich die Umgebung zum Laufen in den USA vorzustellen? Diese Frage habe ich bereits in einigen Emails und Telefonaten beantworten müssen. Einige von euch waren sicherlich schon in den USA und kennen daher die ein oder anderen topographischen Gegebenheiten, allerdings ist die USA landschaftlich mindestens so vielfältig wie Deuschland von der Nordsee bis zu den Alpen. Für mich jedenfalls war es komplettes Neuland. Nun mal zu den Fakten:

 

Meist finden die Dauerläufe auf einer der zahlreichen "Dirt-Roads" statt. Diese Straßen sind im Prinzip sehr breite Feldwege, die durch die leicht wellige Landschaft führen. Vereinzelt wird man als Läufer mal freundlich von einem vorbeifahrenden Autofahrer gegrüsst, ja ihr habt richtig gelesen: gegrüsst und nicht angehupt! Aber alleine der Unicampus hat eine Außenrunde von 3,5 km, die man auch ganz nett laufen kann. Also Laufstrecken sind vorhanden, allerdings kein Vergleich zu unseren Wäldern im schönen Hessenlande.

 

Eine Besonderheit gilt es zu erwähnen. Als einiges der wenigen Länder weltweit orientiert sich die USA nicht am metrischen System. Sämtliche Streckenangaben werden abweichend von unseren gewohnten Zentimetern, Metern und Kilometern gemessen. Inch, Yard und Meile sind die Standardgrößen. Selbst nach zwei Wochen Lauftraining habe ich mich immer noch nicht daran gewöhnt, z.B. die Geschwindigkeitsangaben in Minuten/Meile anzugeben.

 

Einen Vorteil gibt es aber doch: es gibt im Prinzip nur parallele und orthogonale Straßen, also sogenannte Blocks. Auf dem "Feld" heisst dass, das die nächste Kreuzung genau nach einer Meile folgt. Zum Stoppen der Zwischenzeiten (ja ich habe keine GPS-Uhr!) und zum Zurechtfinden ist diese Art der Kartierung äußerst  übersichtlich. Wobei grundsätzlich die Distanzen zwischen ein paar Häusern außerhalb der Stadt schon beträchtlich sind.

 

Das letzte Tempotraining wurde natürlich auch nicht in Metern, sondern in Meilen absolviert. Konkret haben wir dann mit unserer Gruppe 4 x 1 Meile auf der Bahn abgespult. Mit mehreren Leuten und bei gutem Wetter scheinbar kein Problem. Meine Lunge hat nach diesem "Workout" - so heisst hier drüben eine Trainingseinheit - etwas gebrannt. Scheinbar hat sich der Körper noch nicht ganz den höheren Geschwindigkeiten angepasst. Aber wie heisst es so schön: "Ohne Fleiss, kein Preis."

 

Witterungsmäßig kann ich mich momentan nicht beschweren. Während wohl in Deutschland jemand vergessen hat, die Kühltruhentür zu schließen, kann ich mich hier angenehmer Temperaturen erfreuen. Nachts geht das Thermometer auf bis zu Null Grad herunter, um dann am folgenden Tag auf bis zuletzt ca. 20 Grad zu steigen. Ihr seht, die Temperaturschwankungen sind extrem. Um euch nur zu beruhigen, gemessen wird die Temperatur natürlich auch nicht in Celsius wie im Rest der Welt üblich, sondern in Fahrenheit. Gelegentlich ist der Wind noch ein äußerst störender Faktor, aber jeder Gegenwind wird auch irgendwann zum Rückenwind!

 

 

Sonnenuntergang entlang einer der schnurgeraden Straßen

 

 

 

Campusleben Teil I (24.01.2012)

Fast jeden Morgen klingelt der Wecker für mich um kurz nach sechs, da pünktlich um 6.30 Uhr die erste Einheit auf dem Programm steht. Warum so früh werdet ich euch jetzt fragen, das dachte ich mir auch. Bisher bin ich auch noch nicht ganz hinter den Sinn der äußerst frühen Zeit gekommen. Allerdings hat es ungemeine Vorteile, ist doch der ganze vor einem liegende Vormittag für zu erledigende Aufgaben, sprich Vorlesungen oder Lernen, frei. Der einzige Tag, an dem kein "Antreten" erfolgt, ist der Samstag. Hier heisst es für jeden selbständig "Get your miles in", sprich die nötigen Kilometer abzuspulen. Sonntags ist meist um 7.00 Uhr der Long-Jog angesetzt.
Die bisher zweimal pro Woche anstehenden Tempoeinheiten verteilen sich auf Dienstag und Freitag. Die anderen Nachmittage werden je nach Bedarf Dauerläufe unterschiedlicher Geschwindigkeit, Aquajogging oder Regeneration absolviert. Zwischen den Trainingseinheiten steht oftmals der Gang in die Bibliothek an, sofern keine Veranstaltungen anliegen. Gefrühstückt und Abendgegessen wird in der sogenannten "Caf", wo man sich jedes Mal von einem ausgiebigen Buffet bedienen kann. Lecker!


Ihr seht also, es ist alles ziemlich durchorganisiert. Vermutlich werde ich dann nächste Woche nach den ersten "mid-term-exams", sog. Zwischenprüfungen, auch mal den ein oder anderen Gang vom Campus wagen bzw. einen Ausflug in die Umgebung machen.

Nachstehend könnt ihr einen Eindruck meiner neuen Heimat gewinnen:

 

 Teich inmitten des Campus Mein Studentenwohnheim  Typischer Feldweg im Bundesstaat Oklahoma:
geradeaus und staubig.


           
      

Erstes Lebenszeichen (22.01.2012)

 

Nach einer knappen Woche im Land der unbegrenzten Möglichkeiten melde ich mich endlich zu Wort. Verzeiht, dass es ein wenig länger gedauert hat.

 

Meine Intention, die ich mit diesem Blog verbinde, ist eine halbwegs regelmässige Berichterstattung von dem ein oder anderen Erlebnis, euch Kuriositäten meines Lebens hier nahe zu bringen. In den ersten Tagen habe ich bereits zahlreiche Eindrücke gesammelt, die zu unserem alltäglichen Leben in Deutschland in totalem Widerspruch stehen. Gerne werden diese in den folgenden Wochen hier nach und nach Erwähnung finden.

 

Die Anreise nach Lawton/Oklahoma, zu meinem eigentlichen Ziel, war ein wenig strapaziös. Nicht nur aus Kostengründen, sondern auch um einen Bekannten von meiner Südamerikareise wiederzutreffen, hatte ich mich zu einem Stopp in New York entschlossen. Um es kurz zu fassen: New York ist in meinen Augen eine äußerst beeindruckende Stadt. Mein persönliches Highlight bei meinem kurzen Stopp war sicherlich ein Lauf im Central-Park, im Sonnenaufgang die Skyline NYs zu sehen, genial.

 

Gegen Mittag des darauffolgenden Tages erfolgte dann der Weiterflug nach Lawton über Dallas. Am Flughafen in Lawton, der vermutlich kleiner als der Gelnhäuser Bahnhof ist, wurde ich dann von meinem Coach abgeholt. Er hat mich sofort über alle wichtigen Dinge aufgeklärt. Die folgenden ersten beide Tage ging es dann überwiegend um bürokratische Dinge, die es zu erledigen galt. Aber insgesamt bleibt bereits festzuhalten, dass alle hier unheimlich nett sind. Nun muss ich aber mal schlussmachen, habe ich durch die verpassten ersten anderhalb Wochen doch einiges an Stoff verpasst. Da heisst es jetzt: nacharbeiten!

 

Als kleines Schmankerl für den ersten Eintrag habe ich mal mein Bewerbungsvideo vom letzten Jahr beigefügt. Dieses habe ich mit Hilfe von scholarbook.net im Rahmen meines Bewerbungsprozesses für das USA-Stipendium gedreht. Schaut doch mal 'rein.

 

http://www.youtube.com/watch?v=drulu6iualk

 

  

 

Abflug in die USA (13.01.2012)

 

Mitte Dezember bin ich nach meinem 3-monatigen Trip durch Südamerika wieder in heimischen Gefilden gelandet. Die durchwachsene Saison 2011 hat mir Anlass gegeben mal gehörig den Kopf durchzulüften, um wieder frische Energie für Studium und Leistungssport zu tanken. Die gesammelten Eindrücke in Südamerika - sei es in Form von netten Leuten, tollen Landschaften (z.B. Wanderung Colca-Canyon Peru Nov.  2011 - siehe Bild unten rechts) oder Spracherlebnissen - konnten auf jeden Fall zu neuer Motivation für die anstehenden Aufgaben beitragen.

 

Mit künftigen Aufgaben meine ich konkret ein Auslandssemester in den USA, genauer gesagt in Lawton. Dies ist eine mittelgroße Stadt im Bundesstaat Oklahoma zwischen Dallas und Oklahoma City. Dort werde ich mindestens ein Semester im Studiengang MBA verbringen und auch das Laufteam der dortigen Uni verstärken. Über ein erhaltenes Laufstipendium wurde mir der Aufenthalt dort drüben schmackhaft gemacht. Bis zum Erreichen dieses Ziels war alllerdings einiges an Arbeit notwendig. Die Personen, die mich in den vergangenen 6 Monaten regelmäßig gesehen haben, wissen wovon ich rede....

 

In den kommenden Wochen und Monaten möchte ich - ähnlich wie bei meinen Berichten aus Südamerika - die Leserschaft auf dem Laufenden halten. Ihr werdet daher auf dieser Seite, sofern mir das zeitlich möglich ist, einige Studien- und vor allem Laufberichte lesen. Das Ziel ist an erfolgreiche Momente wie beim Volkslauf in Heckershausen im Mai 2011 anzuknüpfen (siehe Foto unten links).

 

Wie damals bereits gesagt: Hasta luego und bleibt sauber!!!!!

 

 

Sieger Volkslauf Heckershausen Mai 2011                                  Wanderung Colca-Canyon Peru Nov. 2011

 

 

  

Uruguay (06.12.2011)

 

Nach meinem genialen Aufenhalt bei den Iguazu-Wasserfaellen verbringe ich nun die letzten Tage in Uruaguay. Das ist vergleichsweise einfach, da das zweitkleinste Land Suedamerikas direkt gegenueber von Buenos Aires liegt. Viele Touristen fahren mal eben fuer nen Tagesausflug hierher. Allerdings lohnt es sich schon einige Tage mehr hier zu verbringen. Ich nutzte gerade jede Minute meiner Reise noch aus, habe ich soeben die Rueckfahrt nach B.A., wo am Freitag mein Ruecklfug starten wird, recht knapp gebucht. Aber man muss eben alles mitnehmen.

 

Die erste Station meiner Reise im sechsten Land meines Trips war Colonia. Diese Stadt hat mit der Rheinmetropole nichts gemeisam. Vielmehr zeichnet sich diese Stadt durch farbige Haeuserfassaden in einem kolonialen Stil sowie kopfsteingeplfasterte Strassen aus. Echt nett hier. Zumal ich meinen Reisepartner auf der Faehre Richtung Colonia kennengelernt habe. Wieder mal einen Amerikaner, der so wie ich ziemlich spaet dran war, um noch einzuschiffen. Aber letztendlich hat alles geklappt.

 

Der zweite Stopp war dann die Hauptstadt Uruaguays, Montevideo. Eine relativ grosse Stadt, wenn man bedenkt, dass ca. 2 Millionen der 3,3 Millionen Einwohner hier zu Hause ist. Die Stadt ist aber ueberschaubar. Sehr zu meinem Gefallen gibt es eine nette Strandpromenade, wo ich natuerlich mein morgendliches Workout - wie die Amis sagen - absolviert habe. Weiterhin habe ich mir das Fussballmuseum von Montevideo angeschaut. Dort geht es vor allem um die Legenden und die Zeiten als Uruguay noch gut war. Nein Spass! Bei der letzten WM waren sie ja Vierter. Oder?

 

Uruaguay ist sehr zu meinem Erstaunen ein sehr gruenes Land. Die Felder und Wiesen schimmern im saftigen Gruen daher. Im Gegensatz zu Argentininen, wo oftmals nur Steppe zu durchqueren ist, sind die Busfahrten hier also richtig interessant. Mal sehen, was mich morgen noch bei meinem letzten Stopp erwarten wird.....

 

 

 

Iguazu (03.12.2011)

 

Wie im vorherigen Blog berichtet, stand zum Abschluss meines Trips das Highlight an. Und es sollte so kommen. Ich will gar nicht so viel Worte verlieren ueber dieses Naturschauspiel. Das beste wird sein, wenn ich die zahlreichen Fotos, die ich gemacht habe, zeigen werde. Diese von der Wassermenge groessten Wasserfaelle der Erde haben mich beeindruckt. Insgesamt habe ich drei Tage bei den Wasserfallen verbracht. Jetzt fragt ihr euch, ob das so spannend ist. Ja ist es. Allein auf der argentinischen Seite war ich zwei Tage, auf der brasilianischen Seite dann auch nochmal einen.

Ein Gedicht in der Mitte des Parks enthaelt eine sehr interessante Zeile: "Mediate and feel the deep emotion!" Wenn man nur wenige Zentimeter von den Wasserfaellen entfernt steht und sich nur auf seinen Gehoersinn verlaesst, bekommt das Erlebnis Wasser nochmal eine ganz andere Bedeutung. Festzuhalten ist aber, dass die Iguazu-Wasserfaelle eine unbeschreibliche Naturgewalt sind. Man erfaehrt erst so richtig wie klein der Mensch im Vergleich zur Natur ist.

Abschliessen moechte ich an dieser Stelle mit einem Zitat von der Frau des frueheren US-Praesidenten Theodor Roosevelt. Elaine Roosevelt sagte, nachdem sie die Niagarafaelle in den USA (die ja fuer jeden Touristen sehr bekannt sind)  und spaeter die Iguazufaelle gesehen hatte: "Poor Niagara!"

 

 

 

Lima II (28.11.2011)

 

Nach nun drei Tagen in Lima wird es langsam Zeit Abschied zu nehmen. Die letzten Tage meines dreimonatigen Tripps stehen an, das ein oder andere Highlight erwartet mich aber hoffentlich noch. Morgen geht mein Flug zu den Iguazu-Wasserfaellen an der Grenze zwischen Brasilien, Argentinien und Paraguay. Dort werde wahrscheinlich drei Tage verbringen, ehe dann die Querung Uruguays ansteht, um am Ende wieder an meinem Ausgangspunkt und meiner Lieblingsstadt Buenos Aires anzukommen.

Doch nun erstmal ein kurzes Fazit zu Lima: Die Hauptstadt Perus hat mir bisher wirklich gut gefallen. In dem Stadtteil in dem ich wohne, Miraflores, sind wie bereits im vorherigen Beitrag erwaehnt einige Touristen unterwegs. Hat aber auch was gutes, es ist eine sichere Gegend, zumal jeder Peruaner hier sagt, man solle sich in Acht nehmen vor Ueberfaellen. Bei zwei morgendlichen Laeufen entlang der Uferpromenade konnte ich den Pazifik bewundern, allerdings nur aus der Ferne. Die ganze Stadt liegt ein wenig ueber dem Meeresspiegel, so dass die Kueste entlang der Stadt hauptsaechlich aus Klippen besteht. Einen Strand gibt es nicht wirklich und wenn dann besteht dieser nur aus Kies. Eine eher unschoene Sache. Mit meinen morgendlichen Workouts war ich dann aber zufrieden. Morgen vor meinem Ablfug steht nochmal ein Abschiedslauf an. Ich glaube wirklich die 4 Wochen in Hoehen ueber 3000m haben sich fuer meine Form bezahlt gemacht :-) Passt nur auf, wenn ich zurueck komme :-)

Jeder Stadtteil in Lima hat seinen eigenen Charme. Am ersten Tag habe ich eine Stadtrundfahrt unternommen, um die wichtigsten Punkte der Stadt kennenzulernen. Tags drauf bin ich dann auf eigene Faust losgezogen. Hier hat mich neben den zahlreichen Kolonialbauten insbesondere die Taxifahrt ins Zentrum beeindruckt. Lima besteht hauptsaechlich aus ebem erwaehntem Miraflores sowie dem Stadtkern. Um zwischen beiden Stadtteilen hin- und herzupendeln, nimmt man am besten ein Taxi. Sofern der Verkehr fliesst, geht das. So ein Verkehrsaufkommen wie hier habe ich seit Buenos Aires nicht mehr gesehen. Doch zurueck zur Taxifahrt. DDer Fahrer, ein aelterer Herr, war mir sofort sympathisch und so unterhielten wir uns auch ueber die ueblichen Themen: Verkehr, Wetter, Familienverhaeltnisse, Fussball, etc. Am eigentlichen Ziel angekommen, fuhr mein Gespraechspartner aber einfach weiter und fragte mich im ersten Moment, was er jetzt wohl machen wird. Aber die Antwort sollte sich nur einige Sekunden spaeter zeigen. Er fuhr zahlreiche Schleifen durch die Innenstadt, um mir seine Stadt zu zeigen. Mit einem Stolz berichtete er mir ueber die Kirchen, Plaetze und weiteren Gebaeude des Stadtkerns. Schade, dass er dann nach 15 Minuten "Extraaufwand" fuer mich weiterfahren musste. Ich haette gerne noch nen Kaffee getrunken....

Gestern war ich dann wieder mit einer gefuehrten Tour in Limas Hafen unterwegs: Callao. Alleine dieser Stadtteil besteht aus 6 Bezirken und hat fuer sich alleine gesehen schon knapp eine Million Einwohner. Eine Stadt in der Stadt, wirklich faszinierend. Es ist einfach ueberwaeltigend, wenn man bis zum Horizont nur Haeuser sehen kann. Allerdings kann man sich so das Ausmass der gesamten Stadt am besten vorstellen.

Zum Abschluss habe ich heute einen ruhigen Tag eingelegt, aber abends gehen wir nochmal weg. Mit meinem peruanischen Kumpel will ich nochmal das Nachtleben in Lima testen. Mal sehen, was mich erwartet......

 

 

 

Lima (25.11.2011)

 

Nach einer Busfahrt ueber Nacht bin ich gegen Mittag in Lima angekommen. Mein erster Eindruck: eine riesige Stadt, die mit keiner anderen suedamerikanischen Stadt von aehnlicher Groesse, die ich bisher gesehen habe, vergleichbar ist.

Der Bus ist auf der Fahrt von Arequipa nach Lima quasi durchgefahren, keine lange Pause innerhalb von 15h, schon krass. Toilette ist aber an Bord :-). Mein Mittagsmahl um 10.00 Uhr morgens bestand dann aus einer Schnitzelpfanne. Gelegentlich kommen "fliegende Haendler" in den Bus, um ihre Waren anpreisen zu koennen. Dann konnte ich dann hungrig wie ich war nicht widerstehen. Hat auch gut geschmeckt.

Obwohl ich durch das fruehe Aufstehen der letzten beiden Tage sowie der Nacht im Bus total uebernaechtigt war, habe ich gleich eine Stadtrundfahrt in Lima gemacht. Ich bin hier in einem recht netten und wohl sehr touristischen Stadtteil, Miraflores, abgestiegen. Die Stadt ist sehr vielseitig und recht turbulent, schliesslich leben ca. 10 Millionen Menschen hier. Mal sehen, was mich morgen bei meinem Lauf an der Promenade erwartet....

 

 

 

Colca Canyon (24.10.2011)

 

Wie bereits im vorherigen Blog angedeutet habe ich mich auf eine zweitaegige Wandertour begeben. Diese hatte das Ziel, Colca Canyon. Dieser Canyon wird als zweitgroesste Schlucht der Welt angepriesen. So war dann die Zusammensetzung unserer Gruppe sowie die Landschaft, die es zu sehen gab, ganz nett. Ihr wisst, dass ich bei Beschreibungen nicht der grosse Kuenstler bin. Soll heissen die Wahl meiner Worte, insbesondere die mit Adjektiven oft spaerlich ausfaellt. Was aber nicht heissen soll,  dass es mir nicht gefaellt.

Wir hatten zunaechst eine nette Gruppe: zwei Franzoesinnen (Schwestern), den Bulgaren, mich und zwei Peruaner, wovon einer der Guide war. Carlos, unser Guide, war immer mit informativen Erklaerungen zur Stelle und wusste zu jeder Zeit mit einem Spaesschen aufzuwarten. Die Gruppe zeichnete sich durch unterhaltsame Gespraeche aus. Interessant fuer mich, dass ich auch mal wieder mein Franzoesisch ausgekramt habe. Die Sprache wechselte meist zwischen Englisch und Spanisch, auch eine interessante Erfahrung.

Die Strecke bestand am ersten Tag im Prinzip nur aus Abstieg und am zweiten Tag aus dem Aufstieg. Dies klingt zwar nach einer einseitigen Belastung, allerdings konnten wir so das Ausmass dieses riesigen Canyons gut feststellen. Landschaftlich gesehen war diese Naturphaenomen schon beeindruckend. Merkt ihr was!

 

Leider war die Zusammensetzung der Gruppe unter sportlichen Gesichtspunkten nicht homogen. Das ist hier bei organisierten Touren meiner Meinung nach ein grosses Manko. Zwar geht es nicht darum Weltrekorde aufzustellen, allerdings sollten die Teilnehmer im Vorhinein ueber ihr sportliches Leistungsvermoegen gefragt werden. Dies geschieht aber nicht. So waren wir auch unterschiedlich stark. Ich bin dann des oefteren mein eigenes Tempo gegangen, was aber keinen gestoert hat. Schliesslich nimmt man ja die Mahlzeiten zusammen ein und hat hier genug Gelegenheit sich auszutauschen.

 

Alles in allem aber eine schoene Wandertour....

 

 


Arequipa (22.11.2011)

 

Nach meiner fuenftaegigen Wanderung wurden zwei weniger spektakulaeren Tage in Cuzco verbracht. Es stand nur ein kleines Sightseeing an, vor allem ging es darum einige organisatorische Sachen zu regeln. So konnte ich endlich meinen Flug von Lima zu den Iguazu-Wasserfaellen buchen, sicherlich nochmal ein Highlight zum Ende meiner Reise. Des weiteren ging es darum eine dringende Angelegenheit mit meinem Pass in Ordnung zu bringen. Kurzform: Es hat alles geklappt. Die vollstaendige und unzensierte Geschichte gibt es an Weihnachten bei einem Bierchen im Lorbass bzw. fuer die Kasseler Fraktion bei einem Gluehwein auf dem Weihnachtsmarkt, oder aehnliches...

 

Am fruehen Morgen bin ich hier in Arequipa, Perus zweitgroesster Metropole, angekommen. Nach Abschied aus meiner amerikanischen/australischen/ hollaendischen Reisegruppe war erstmal wieder kurzzeitig alleine reisen angesagt. Warum kurzzeitig? Habe ich doch gleich einen recht sportlich wirkenden Mitvierziger, der mit mir im Bus gereist war und nach Ankunft auch etwas hilflos mit seinem riesen Gepaeck am Busbahnhof stand, angesprochen. Es stellte sich heraus, er kommt aus Bulgarien und kennt Deutschland ganz gut, da er bereits einige Monate hier gearbeitet hat. Wir haben uns dann nach einem gemeinsamen Fruehstueck auch entschieden gemeinsam die kommenden Tage zu verbringen. Dazu spaeter mehr.......

 

Arequipa ist eine nette Stadt, aber im Vergleich zu Cuzco nicht so beeindruckend. Es gibt einige aeltere Gebaeude zu sehen. Der "Plaza de Armas" (Marktplatz) ist quasi wie in den meisten Staedten Peru der Mittelpunkt des taeglichen Geschehens. Hier floriert das Leben, von Schuhputzer ueber Strassenhaendler bis hin zu schachspielenden Opas ist alles vertreten. Insgesamt eine interessante Atmosphaere, aber keinen Grund hier zu lange zu verweilen, da ich ja einiges vorhabe. In den kommenden beiden Tagen werde ich dann mit einer Gruppe und eben besagtem Bulgaren  eine zweitaegige Wandertour unternehmen. mal sehen wie das wird, in dem zweitgroessten Canyon der Welt. Jeder Ort muss sich ja mit irgendwelchem Superlativen messen, also springe ich natuerlich auch auf den Zug der Touristenattraktionen auf.....

 

 

 

Macchu Piccu (19.11.2011)

 

Wirklich beeinruckend  war dieser Besuch bei Suedamerikas meistbesuchtester Sehenswuerdigkeit. Leider zu Regenzeit, aber trotzdem mit ein paar Sonnenstrahlen versehen haben, hatten wir einige schoene Stunden. Die Inkastadt auf ca. 2400m Hoehe wurde 1902 entdeckt und hat seitdem eine unheimlich Begeisterung  bei Touristen erfahren.Tagelich auf ca. 2000 Besucher limitiert, draengeln sich allerdings einige Besucher auf den teilweise engen Pfaden der Inkastadt. Die Siedlung ist an den Haengen verschiedener mit Pflanzen und Baumen bewachsener Berge angesiedelt. Die Nebelschwaden ziehen dann zwischen den Bergketten und den Taelern hindurch und verleihen MP seine Einmaligkeit. Die Stadt mit einer kompletten Infrastruktur, die in der Inkazeit um 1500 entstanden ist, bietet einige Wandermoeglichkeiten. So sind wir u.a. auf Huaina Piccu gekraxelt. Ein wirklich beeindruckender Huegelmit faszinierender Aussicht. MP ist von hier aus besonders gut sichtbar. Ehrlicherweise muss ich allerdings sagen, das Macchu Piccu schon genial ist, dass andere Sehenswuerdigkeiten mich aber mehr beeindruckt haben,  z.B. mein Trip in die Salzlwuesten....

 

Die naechsten Tage geht es dann weiter in Richtung Arequippa....

 

 

 

Salcantay-Trek (18.11.2011)

 

Frueh am Morgen des Dienstags dieser Woche ging es los. Die Abfahrt war auf 4.30 Uhr terminiert. Nicht zuletzt in diesem Urlaub habe ich festgestellt, dass wenn man was erleben will, oftmals frueh die Koje verlassen muss. Aber das geht schon. Also sind wir nun dann auch mit einigen Backpackern in Richtung Trek gestartet. Bei einem gemeinsamen Fruehstueck nach drei Stunden Busfahrt wurden die Gruppen eingeteilt und die Leute machten sich einander bekannt. Am Anfang war ich diesmal zurueckhaltend und konzentrierte mich eher auf mich, das sollte sich noch aendern.

Die erste Tagesetappe ging anfangs relativ steil bergauf und spaeter moderat ansteigend bergauf. Ich kam mit einigen Leuten ins Gespraech und es sollte sich abzeichnen, dass es ein cooler Mehrtages-Trek werden sollte. Unterschiedlich anspruchsvolle Etappen sowie nette Leute liessen mich zuversichtlich auf die naechsten Tage schauen.

Verwundert hat mich allerdings und das bereits bei der Besprechung am Tag vorher, dass die Teilnehmer nicht nach ihrer koerperlichen Fitness gefragt wurden und dementsprechend die Gruppen eingeteilt wurden. Aber es sollte soweit alles passen.

Die erste Nacht verbrachten wir auf 3.900m Hoehe. An diesem Abend hiess es bereits frueh zu Bett gehen, da am naechsten Tag die anstregendste Etappe anstehen sollte. Die Nacht auf dieser Hoehe war jedenfalls sehr kalt. Aber man uebersteht ja letztlich alles und so bin ich dann auch unbeschadet wieder aufgewacht.

Am zweiten Tag stand dann die Koenigsetappe an. Zunaechst hiess es sich von 3900m auf 4600m zu quaelen und dann wieder auf 3000m hinuntersteigen. An diesem Tag sollte sich die Gruppe etwas auseinanderziehen. Mit einem Spanier, der fleissig in der Sierra Nevada unterwegs ist, habe ich dann gemeinsam den Aufstieg gemeistert. Es war eine nette, auch anstrengende  Wanderung. Allerdings war ich ganz gut akklimatisiert, so dass ich mit der Hoehe erstaunlich wenig Probleme hatte. Es war super genial als Erster mit dem Spanier die Ruhe auf dem Gipfel geniessen zu koennen, bevor die Karawanen der anderen Wandergruppen ankommen sollten.

Den Abstieg habe ich dann ueberwiegend alleine gemeistert, da ich auch mal Zeit fuer mich brauchte. Es ist naemlich was anderes, wenn man alleine wandert oder in der Gruppe. Als Einzelgaenger nehme ich die Umgebung anders wahr und konzentriere mich mehr auf mich. Insbesondere wenn ich das Etappenziel erreiche, fuehle ich mich als haette ich eine groesse Tat vollbracht.

 

Unsere Gruppe bestand aus insgesamt 8 Wanderern. Diese nette internationale Zusammensetzung mit einem coolen Guide sollten fuer 5 Tage meine Familie sein. Drei Amerikaner, eine Australierin, zwei Hollaender und ein Mexikaner waren die Teilnehmer. Es gab aber noch andere Wandergruppen, die man immer wieder treffen sollte, so dass man immer wieder Abwechslung in den taeglichen Gesprachen haben sollte. Der Guide komplettierte den beinahe perfekten Tagesablauf  immer wieder mit netten Erklaerungen.

 

Die zweite Nacht im Zelt war dann schon wesentlich angenehmer. Zumindest war es dann nicht mehr so kalt. Allerdings ist zelten definitiv nicht meine Sache. Es hat mir dann nach drei Naechten im Zelt auch gereicht. Die vierte Nacht war dann im Hostel und auch die angenehmste. Da allerdings am naechsten Tag der Aufstieg auf den Macchu Piccu anstand, war fruehes aufstehen angesagt. Dazu mehr......

 

Die dritte und vierte Etappe der Wanderung verliefen dann ebenfalls spektakulaer im Dschungel. Das Hoehenprofil war weniger fordernd, dafuer aber wieder die Rahmenbedingungen. So stand am zweiten Abend zum Beispiel ein Fussballspiel zwischen Peru und dem Rest der Welt auf dem Programm. Peru bestand aus den verschiedenen Guides sowie den Koechen. Unser Team bestand aus den Backpackern. Es sollte spannend werden: mit einem halbplatten Ball sowie auf einen Kartoffelacker mit verschiedenen Steinen gespickt ging es zur Sache. Am Ende konnten wir uns dann 3:1 durchsetzen. Allerdings verflucht anstrengend das Ganze,nur am Schnaufen.

Am dritten Abend sorgte Lagerfeuer fuer eine willkommene Abwechslung bei uns Wanderern. Es wurde gefeiert und es floss der eine oder andere Tropfen Alkohol. Insgesamt aber sehr befreiend nach drei Tagen hartem Wandern. Zuvor konnten wir an diesem Tag in den Thermen entspannen. Drei verschieden beheizte "Whirlpools" in einer naturbelassenen Umgebung das Leben geniessen.

 

Eine unangenehme Randerscheinung war die permanente Aufforderung der Guide Trinkgeld zu geben. Normalerweise gebe ich fuer gute Leistungen und am Ende Trinkgeld, aber nicht zwischendurch.Teilweise fand ich da schon unverschaemt. Interessant war dann aber die grundsaetzlich unterschiedliche Einstellung zum Geben von Trinkgeld. Wahrend Amis meistens 10% geben wollen, gibt es in Australien gar keine Trinkgeldkultur.....

 

 

  

Cuzco (12.11.2011)

 

Nach einer Nachtfahrt mit dem Bus sind wir morgens gegen 4.30 Uhr in Cuzco angekommen. Diese Stadt ist meines Erachtens  die heimliche Hauptstadt Perus. Zwar war ich noch nicht in der richtigen Metropole, Lima, allerdings ist Cuzco sehr touristisch und eben Ausgangspunkt fuer die Touren zu der wohl bekannsten Sehenswuerdigkeit in Suedamerika, Machu Piccu. Cuzco sieht aus wie Florenz in Italien, nur eben mit suedamerikanischem Flair. Kleine mit kopfsteinpflaster verzierte Gassen, zahlreiche Kirchen und fliegende Haendler verleihen dieser Stadt ihren Charme.

Wie die meisten Touristen komme auch ich nicht drum herum eine Wandertour zu buchen. Da man hier nicht wie in den europaeischen Alpen einfach mal drauflos wandern kann, habe ich mich mit meiner Gruppe (AUS, USA, HOl und GER) einer fuenftaegigen Wandertour mit Ziel Machu Piccu angeschlossen. Obligatorisch ist der Einmarsch nach Machu Piccu am letzten Tag. Neben Transport und Essen sind ein Guide sowie zahlreiche Mahlzeiten Bestandteil der Tour. Die naechsten Tage bin ich nicht erreichbar, geniesse mal die Natur abseits der Technik......

 

 

 

Copacabana - Isla Del Sol (11.11.2011)

 

Nach einigen Tagen in La Paz wurde es nun Zeit, dass es weitergeht auf der Reise in Richtung Norden. Das Highlight sollte Copacabana heissen. Allerdings nicht die Copacabana in Brasilien, sondern eine kleinere Stadt am Titicacasee. Der Titicacasee ist der hoechstgelegene schiffbare See der Erde. Er liegt auf ca. 3.600m ueber dem Meeresspiegel. Wirklich beeindruckend. Das spannendese war allerdings das Uebesetzen mit einem kleinen Schifferkahn auf die Isla del Sol, die Sonneninsel. Diese 3600m - 4200m ueber dem Meeresspiegel liegende Insel ist fuer ihr gutes Wetter bekannt. Zahlreiche Touristen kommen hierher, um die Tageswanderung auf der Insel zu unternehmen und die tolle Sicht sowie das Wetter zu geniessen. Manchmal zu viele Touristen....

Die Fahrt mit dem Kahn war fuer mich jedenfalls auf dem Hinweg grausam, genauso wie die Bussfahrt. Hatte ich doch am Vortag was falsches gegessen und war dementsprechend schlecht gestimmt. Die Wanderung an sich hat dann aber wieder Spass gemacht, zumal sich unsere Gruppe um eine Australierin erweitert hat. Wir sind also jetzt insgesamt drei Jungs und ein Maedel, passt gut.

 

 

 

 

 

La Paz II (09.11.2011)

Nach einem etwas ruhigeren Start am ersten Tag in La Paz, bin ich die letzten beiden Tage in die Vollen gegangen. Seit einigen Tagen bin ich mit einem Amerikaner unterwegs. Wir haben uns auf dem Trip in die Salzwueste "Salar de Uyuni" kennengelernt und nun beschlossen einfach zusammen zu reisen, da wir beide auch mehr oder weniger das gleiche Gemuet und die gleichen Interessen haben.

Grundsaetzlich bin ich positiv ueberrascht ueber die Gastfreundlichkeit der Bolivianer, aber auch ueber die Sauberkeit in den meisten Hostels. Bolivien ist keinesfalls eine Industrienation, aber meines Erachtens an der Schwelle von der dritten in die zweite Welt. Hier hat sich schon einiges getan. Entgegen der ganzen Befuerchtungen, z.B. ausgeraubt zu werden, die im Reisefuehrer und durch andere Backpacker verbreitet werden, trat mir Bolivien mit einem auesserst netten Eindruck gegenueber.

Vorgstern sind wir zu einer Stadtrundfahrt aufgebrochen, um  La Paz kennezulernen. Diese Stadt ist einfach der Hammer. La Paz ist mit durchschnittlich 3.600m die hoechstgelegene Hauptstadt der Welt. Die Hoehenlage macht es einem nicht immer einfach zu atmen und seine sportlichen Aktivitaeten abzustimmen. Aber dann muss man durch.

Die reichen Einwohner von La Paz wohnen unten im Zentrum, die arme Bevoelkerung logiert oben am Hang. Von verschiedenen Aussichtspunkten kann man wunderbar die wie Schwalbennester an den Haengen klebenden Haeuser beobachten. Zum Glueck ist La Paz nicht so oft von Erdrutschen betroffen.  Die Lage in einem Kessel verleiht der Stadt die Atmosphaere eines Fussballstadions. Beeindruckend.
Zwischendurch gab es ein zweigaengiges Mittagessen fuer umgerechnet 1 €, wirklich genial.
Im Anschluss an die kulinarische Verkoestigung ging es ins "Valle de la Luna". Diese - wie der Name bereits sagt - Mondlandschaft besticht durch atemberaubende Felsformationen unterschiedlichster Groesse und Farben. Hier sind wir dann nen bissl rumspaziert und haben einige Fotos gemacht. 


 
 

La Paz (07.11.2011)

 

Heute Morgen bin ich dann in La Paz, der Hauptstadt Boliviens, angekommen. Auf den ersten Eindruck eine sehr interessante Stadt, aber total chaotisch. Nicht vergessen werden darf, dass diese Metropole - wie das restliche Bolivien - auf ueber 3500m liegt. In der Zwischenzeit habe ich mich an die Hoehe gewoehnt, verbunden mit Smog in der Innenstadt ist das aber nochmal eine besondere Herausforderung. Jedenfalls werde ich wohl in La Paz einige Tage verbringen ehe die Weiterreise zum Titicaca-See ansteht.

 

Die Busfahrt nach La Paz war dann aber schon der Kracher. Es war ein Nachtbus nach bolivianischen Verhaeltnissen. Der Platz eben ein bissl beengt, aber insgesamt fuer 10 Euro und 11 Stunden Busfahrt ok. Allerdings war die Buckelpiste alles andere als toll. Das erste Stueck der mehrstuendigen Busfahrt war irgendwie nur ein grober Feldweg durch eine Stueck Wueste? So genau liess sich das nicht ausmachen in der Dunkelheit. Fest stand nur, dass an Schlaf nicht zu denken war, dafuer jetzt aber erstmal nen gutes Bett in einem netten Hostel.....

 

 

 

Salar De Uyuni (06.11.2011)

 

Am Donnerstagmorgen, den 03.11.2011, sind wir mit einer 5er-Gruppe in die Salar de Uyuni aufgebrochen. Wir, d.h. das Maedel aus Franken sowie der Franzose, die ich bereits kennengelernt hatte sowie ein Ami und ein weiterer Franzose. Es sollte sich herausstellen, dass diese Gruppenverteilung fuer unsere weitere Reise wrklich gut passen sollte. Begleitet wurden wir von einem Mann und einer Frau , die beide etwa Ende dreissig waren. Jorge, der maennliche Part des Fuehrungsduos, war Fahrer, Mechaniker und Reisefuehrer in Personalunion. Nilda war fuer den kulinarischen Genuss von uns 5 verantwortlich.

In dieser Besetzung sind wir dann 4 Tage und 3 Naechte durch besagte Salar de Uyuni und Umgebung gefahren. Mit einem alten Toyota Allrad wurde das Unternehmen angegangen.

Meist sind wir morgens recht frueh aufgebrochen, um den Sonnenaufgang in einer atemberaubenden Natur sehen zu koennen. Tagsueber haben wir einige Kilometer in besagtem Jeep zurueckgelegt. Zwischendurch wurde immer angehalten, damit wir Fotos machten konnten bzw. auch mit den wirklich leckeren Mahlzeiten verkoestigt wurden. Unsere Koechin hat hier wirklich ein gutes Haendchen bewiesen.

Die Unterkuenfte waren einfach, aber gut. Der Schlafrhythmus passt sich meist dem Sonnenaufgang sowie -untergang an. Das bedeutet, dass man oft gegen 5 aufgestanden ist und spaetestens gegen zehn schlief.

Die gesehenen Eindruecke kann man gar nicht in Worte fassen. So vielfaeltig und genial war die Landschaft, die unsere Gruppe bewundern durfte. Dazu noch die gut harmonierende Gruppe. Schoene Tage!!!

Eindruecke unter http://es.wikipedia.org/wiki/Salar_de_Uyuni

 

 

 

Tupica(03.11.2011)

 

Dieses kleine Staedtchen ist nichts Spektakulaeres im Sueden von Bolivien. Es ist vielmehr Ausgangspunkt fuer mehrtaegige Fahrten in die Salar de Uyuni, die groessten Salzwuesten dieser Erde. Aber als Backpacker muss man auch mal ein paar Tage rasten, was heisst, dass wir drei den Akku in Tupica erstmal aufgeladen haben. Zudem habe ich noch meine Waesche gemacht. Das bieten viele Hostels zum einen relativ guenstigen Preis an.

Das Highlight fuer mich war aber neben zwei kleinen Wanderungen ein Besuch bei einem bolivianischen Friseur. Fuer sage und schreibe 1 € habe ich meines ERachtens eine bessere Frisur verpasst bekommen als bei manchem deutschen Figaro. Total interessant war einfach mit dem guten Mann ins Gespraech zu kommen. Er hat dann auch augelassen ueber seine Wandertouren sowie sein Gehalt berichtet und war insgesamt sehr angetan einen nicht bolivianischen Kunden zu haben. Jedenfalls war ich anstatt der ueblichen 20min. fuer einen Haarschnitt dann ca. 70 min. bei dem guten Mann. Genial !!!

 

 

 

Humahuaca und Eintritt Bolivien (02.11.2011)

Humahuaca, fragt mich nicht genau wie das ausgesprochen wird, war mittelmaessig spektakulaer. Dort habe ich nur eine kleine Wanderung unternommen und bin am naechsten Tag auch schon weitergereist.
Das interessante hier fuer den weiteren Reiseverlauf war, dass ich zwei nette Backpacker kennengelernt habe, mit denen ich wohl die naechsten Tage verbringen werde. Zum einen ist das ein Franzose, der aber perfekt Spanisch spricht und ich somit einiges lerne, zum anderen ein Maedel aus Franken, auch sehr angenehm.

Mit beiden bin ich dann auch ueber die Grenze spaziert. Ihr habt richtig gelesen, ueber die Grenze spaziert. So ist das zwischen Arg. und Bolivien. Die Busse fahren bis in die Grenzstadt, dann ueberquert man zu Fuss die Grenze und faehrt dann mit dem Bus weiter. So vor allem dem Schmuggel von Drogen auf diesem bekannten Weg von Sued nach Nord vorbeugen.

Auf den ersten Eindruck ist Bolivien schon ein interessantes Land. Wirklich ganz anders als ich es erwartet haette. Auf der einen Seite modern, aber doch auch irgendwie in vielen Bereichen Entwicklungsland. Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll mit meiner Beschreibung. Aber dazu demnaechst mehr, versprochen....
Die nachsten drei Tage bin ich jedenfalls erstmal offline, da ich mit meinen beiden Kumpanen eine gefuehrte Tour in die bekannte Salzwueste SALAR DE UYUNI unternehmen will.

 

 

Tucuman (31.10.2011)

Nach meiner Schleife zurueck in den Sueden war Tucuman die naechstgroessere Stadt auf meiner Reise, um letztlich wieder in den Norden zu gelangen. In Tucuman machte ich eine wirklich sehr interessante Erfahrung: wie klein die Welt eben ist. Nachdem ich festgestellt hatte, dass zwei Deutsche bei mir auf dem Zimmer sind, dachte ich mir, ich spreche sie mal an, zumal ich die Tage davor einiges an Spanisch und Englische gesprochen hatte und einfach mal froh war wieder in meiner Muttersprache kommunzieren zu koennen. Bei der Frage nach der Herkunft waren wir total verdutzt, als sich herausstellte, dass wir aus Kassel sind, sogar aus unmittelbarer Naehe, Wahnsinn!!!

Mit den beiden Jungs bin ich dann abends auch mal richtig steil gegangen. Das soll heissen, dass wir das Nachtleben mal richtig ausgekostet haben. Abendessen gegen 23.30, Abfahrt in Richtung Disse ca. 1.30, alles total spaet fuer deutsche Verhaeltnisse. Der Abend hat jedenfalls gerockt, zumal ich mich an das arg. Nationalgetraenk, Cola mit Fernet, noch gewoehnen muss....

Ansonsten konnte ich in Tucuman zwei nette Trainngseinheiten in einem grossen Park absolvieren, was ich mir so nicht vorgestellt hatte. Die Bedingungen waren fuer argentinische Verhaeltnisse erstaunlich. Am ersten Abend habe ich sogar eine Laufgruppe getroffen, die gerade ihr Intervalltraining abgeleistet hat :-)

 

 

 

Tafi del Valle (28.10.2011)

Nachdem ich nun nur aus Tafi del Valle berichtet hatte, will ich an dieser Stelle noch die versprochene Zeit aus Tafi del Valle nachholen.

 
Das wichtigste an dieser Stelle war fuer mich, dass ich das erste Mal getrampt bin, ging gut. Nach einer Wanderung am Vormittag, die ich relativ schnell beendet hatte, wa noch genug Zeit fuer den Nachmittag. Allerdings haette ich mit off. Verkehrsmitteln in den abgelegenen Andendoerfchen die Rueckfahrt zum Hostel und die Weiterfahrt zur zweiten Sehenswuerdigkeit in Tafi, eine relativ grosse Lagune sowie ein Menhir-Park, nicht geschafft.

Menhire sind die Hinkelsteine, die z.B. Obelix immer mit sich rumtraegt. Sie haben eine besondere geschichtliche Bedeutung, sollen sie doch meist an Personen erinnern, die bereits in der Bronzezeit oder so aehnlich agierten.

Nun, jedenfalls habe ich dann das nachste Auto in Richtung Mehire, wo eben kein Bus direkt von meinem Punkt hinfuhr, angehalten. Das arg. Paearchen war sofort bereit, einen Streuner wie mich :-), mitzunehmen. Wir haben uns ueber einiges unterhalten und hat wirklich Spass gemacht. Und es ging wirklich einfach.

 

 

Cafayate und Tafi del Valle (26.10.2010)

Nach laengerem Ueberlegen wie ich nun weiterreisen soll, habe ich mich dann fuer eine kleine Schleife nach Sueden entschieden. Jetzt werdet ich euch fragen, wieso nach Sueden und nicht weiter nach Norden, wo ich sowieso hin unterwegs war. Nun, ich habe festgestellt, dass zwei sehenswerte Orte vo mir nicht besucht werden, es aber lohenswert sei, diese zu sehen. Also gen Sueden!
So eine kleine Aenderung im urspruenglichen Reiseverlauf kann durchaus vorkommen, zumal ich ja alles selbst organisiere und auch nur versuche, ein paar Tage im Voraus zu planen und nicht zu detailliert, um flexibel zu bleiben.

Das spektakulaere in Cafayate war sicherlich die Wuesten- und Oasenlandschaft. Hier habe ich mich mal entgegen meiner grundsaetzlichen Einstellung einer gefuehrten Tour angeschlossen. Die Gegend ist bekannt fuer ihre Sandsteinformationen gepaar mit Kakteen und einigen anderen Pflanzen. Eine wirklich interessante Landschaft. Den Sonnenuntergang, wo das Abendrot sich auf den Sandsteinformationen niederliess, fand ich besonders genial.

Am darauffolgenden Tag habe ich dann eine Wanderung zu einem Wasserfall unternommen. Das war quasi eher der Sektor der Gegend rund um Cafayate, der durch Flora und Fauna charakterisiert ist. Wie in einigen Gegenden sind die Wege nicht markiert. Allerdings war ich vorgewarnt durch meinen Reisefuehrer und bei einem Wasserfall als Ziel faellt es zuedem auch nicht schwer einfach dem Lauf des Flusses zu folgen. So konnte ich dann auch eine entspannte Wanderung genie'en, wo ich am Ende in das doch etwas kuehle Wasser gehuepft bin. Zwischendurch war die himmlische Ruhe nur gestoert durch einen Klassenausfug. Zahlreiche Schueler waren mit grossem Eifer dabei die Felsen rund um den Wasserfall zu erklimmen und das ganze mit Turnschuhen. Aber es ging alles gut und das ist die Hauptsache. In D haette so ein Klassenausflug mit Kletterpartien sicherlich aufgrund des zu groessen Risikos nicht stattfinden duerfen....

Tafi del Valle folgt ........

 

 

 

Salta (23.10.2011)

Nachdem ich nun einige Tage wieder nichts habe von mir hoeren lassen, moechte ich nun die folgenden Zeilen wieder mal nutzen, um einige Erlebnisse loszuwerden.

Nach einigen Tagen in Cordoba, wo es mir wirklich gut gefallen hat und ich auch einige nette Leute kennengelernt habe, bin ich nach Salta in den Norden weitergereist. Salta ist vor allem durch seine Kolonialbauten bekannt. Das konnte ich dann auch nur bestaetigen. Wirklich sehr nette Kirchen sowie andere Gebaeude. Damit klar ist von welcher Zeit wir reden: oft sind die Bauten so zwischen 1850 und 1900 entstanden. Das laesst mich auch gleich zu einem sehr interessanten Thema ueberleiten: Das Muster der Staedte hier unten in Arg. Nahezu jede Stadt ist nach dem gleichen Verfahren entstanden, quasi eine Besiedelung im Schachbrettmuster. Die Strassen sind orthogonal und parallel zueinander angeordnet. Auf diese Weise findet man sich unbestritten sehr einfach zu recht, allerdings auf Dauer auch langweilig, da alle Staedte mehr oder weniger gleich aussehen.

In Salta bin ich dann als erstes auf einen Huegel geklettert. Allerdings nicht wie damals bei meiner Messerattacke auf einen abgelegenen Huegel, sondern diesmal in touristischen Gebieten. Von dem Huegel hat man einen wirklich netten Blick ueber die Stadt. Das interessanteste war allerdings, dass ich gleich zwei Gespraeche mit Einheimischen hatte. Zum einen musste ich feststellen sehr interessant, zum anderen war ich auch erstaunt, dass nun eine recht fluessige Unterhaltung moeglich war. Natuerlich musste ich ab und zu nochmal nachfragen, was die Jungs wollten, aber es ging gut. Solche Erlebnisse machen einen stolz und man geht optimistisch in den weiteren Reiseverlauf.
 

 

 

Cordoba II (21.10.2011)

 

Da bin ich wieder .... Die vergangenen Tage waren wieder ereignisreich, so dass ich es nicht missen moechte euch davon zu berichten.

 

Noch ein Nachtrag von meinem Kauf des Bustickets in Buenos Aires. Hier ist es gang und gebe, dass beim Kauf von Bustickets die Gueltigkeit des Passes ueberprueft wird. Auf Nachfragen des Bueroangestellten, woher ich denn komme, sagte ich natuerlich "Alemenia". Daraufhin ging der rechte Arm nach oben, ein Versuch den Namen "Hitler" auszusprechen sowie ein seltsames Lachen folgte. Ich war ueber diese Geste doch tatsaehlich sehr ueberrascht. Haette ich schon auf Deutsch nicht gewusst adequat zu antworten, so auf Spanisch erst recht nicht. Ich habe es dann bei einem einfachen Schweigen belassen. Aber das erste Mal, dass ich so doof angemacht worden bin.....

 

Die Tage in Cordoba waren abwechslungsrecih. Nach meiner Tour im Nationalpark waren wir abend noch aus. Ausgehen heisst hier in Suedamerika nicht vor zwoelf zu starten. Dementspechend liefen wir dann erst auch nach Mitternacht los und es wurde spaet. Allerdings bin ich noch  vorm Sonnenaufgang ins Bett. Die Argentinier sind wirklich ein Feiervolk, wenn dann richtig. Fragt mich nicht wie die das am naechsten Tag anstellen, wenn die frueh rausmuessen, keine Ahnung.

 

Am folgenden Tag habe ich dann einem Museumstag eingelegt. WEgen den mittlerweile recht tropischen Temperaturen von ca. 30 Grad und mehr hier im Norden Argentiniens tat das gestern ganz gut, eben mal im Schatten zu sein. Sonst nicht so der Kunstliebhaber war ich dann an diesem Tag wirklich mal in mehreren Museen. In einer Ausstellung wurde die Diktaturzeit  in Argentinien (1976-1983) dargestellt. Wirklich sehr interessant, was damals in dieser Zeit an Verbrechen begangen wurde (Folter, Mord, etc.) Doch nur wenige Leute ausserhalb Argentiniens ist dieses dunkle Kapitel der GEschichte bewusst. Meist erinnert sich eben vor allem an die deutsche Vergangenheit.....

 

Am Abend dieses Tages waren wir dann noch mit ingesamt drei LEuten auf einem argentischen Jazz/Ska-Punk-Konzert. Die Musiker der GRuppe haben die unterschiedlichsten Instrumente gespielt. Es gab einen Kontrabassisten, einen Bassisten und einen SChlagzeuger. In dieser Kombination haben die drei mit verschiedenen Gaesten (Saenger, TRompeter, Posaunist) fuer die einzelnen Musikstuecke ordentlich gerockt. Wie gesagt von Jazz bis Ska Punk war alles damit. Genial.

 

Zum Abschluss meines Aufenthalts war ich gestern dann noch in Alta Gracia, einem kleinen ORt 50km, entfernt von Cordoba. Alta Gracia ist besonders fuer das "Che Guevara Museum" bekannt. Che verbrachte hier groesstenteils seine Kindheit. Das Museum ist liebevoll eingerichtet und gibt einen interessanten Einblick in die Denk- und Lebensweise des gebuertigen Argentiniers. Der kritische Part, namelich das Che Guevara auch fuer zahlreiche Verbrechen verantwortlich war, wurde hier nicht erwaehnt. Er ist in Suedamerika eben ein Nationalheld und wird als Revolutionist verehrt.

 

Hasta luego

 

 

 

Cordoba (19.10.2011)

In der Zwischenzeit bin ich in Cordoba angekommen, der Ort meines eigentlichen Wirkens?
Nein im Ernst, das Praktikum habe ich im Eigeninteresse aufgrund mangelnder Spanischkenntnisse abgesagt. Jetzt denkt ihr vermutlich, man haette es doch probieren oder ggf. mit geringen Kenntnissen auch durchziehen koennen. Allerdings bin ich monentan der Meinung, dass ich mit dem "Umherreisen" besser aufgehoben bin. Aus diesem Grund habe ich das Praktikum gecancelt, wie es neudeutsch, so schoen heisst.....

Doch nun zum eigentlich Interessanten. Nachdem ich gestern zahlreiche Kolonialbauten in Cordoba bewundert habe, war heute wieder Hiken angesagt... Ich bin auf eigene Faust in den Nationalpark gefahren und habe mir dort einen angenehmen Tag gemacht. Der Park heisst "Quebrada del Comodorito" und ist bekannt dafuer, Kondore sehen zu koennen. Und das habe ich dann auch geniessen koennen. Leider fehlt mir die Spiegelreflex fuer wirklich gute Fotomotive. Aber schon beeindruckend wie die "Stars der Luefte" durch den wolkenlosen Himmel geglitten sind. Nebenbei habe ich noch wunderbare Natur genossen und kaum Wanderer getroffen. Ein rundum gelungener Trip....

 

 

 

Buenos Aires II (15.10.2011)

Nachdem Dirk und ich nun vier Tage am aeussersten Zipfel Suedamerikas verbracht haben, sind wir in der Zwischenzeit wieder in Buenos Aires gelandet. Ein Inlandsflug hat uns innerhalb von 3,5 Stunden wieder an unsern Ausgangspunkt der Reise gebracht. Wirklich interessant, dass man per Flugzeug die knapp 3000km in so schneller Zeit bewaeltigt und mit dem Bus eben einige Zeit mehr braucht. Gut, natuerlich ging es uns auf dem Hinweg nicht darum, so schnell wie moeglich voranzukommen, sondern vielmehr die Sehenswuerdigkeiten "abzuklappern". Buenos Aires hat mich wieder aufs Neue ueberrascht.

Der Aufenthalt an einem Ort steigt und faellt sicherlich mit dem Hostel. In unserem letzten Hostel hatten Dirk und ich wirklich grosses Glueck. Mit einer Dachterasse, um abends bei nem Bierchen den Abend abzuschliessen oder auch mit einer Tasse Kaffee die ersten Sonnenstrahlen zu geniessen, waren wir gut ausgestattet. Ueberhaupt war das ein netter Aufenthalt. Dagegen hatten wir auch schon so das ein oder andere negative Erlebnis mit den Hostels. Gut zugegeben fuer nen Preis von durchschnittlich 10 Euro pro Nacht inkl. Fruehstueck ist wenig zu sagen. Allerdings fragt man sich bei der ein oder anderen Absteige, ob die Betten tatsaechlich gewaschen wurden und wie oft ueberhaupt gereinigt wird? Aber durch Suedafrika bin ich wesentlich schlimmeres gewohnt: Kakalaken, Moskitos, etc.

Zuletzt moechte ich noch ueber meine morgendlichen "Joggingrunden" hier unten berichten, das wird vor allem einige heimische Laeufer interessieren. Bei uns in D ist es wirkliche einfach ein Leben eines Langstreckenlaeufers zu fuehren. Hat man doch nahezu ueberall einen Wald oder Bahn fuer diverse Einheiten zur Verfuegung. In Argentinien ist das allerdings manchmal nen bissl schwer. In B.A. war dann erstmal die ersten 10 Minuten "lebensgefaehrliches Kreuzungen queren" angesagt, da die Stadt selbst morgens um halb acht bereits mit Autos voll zu sein scheint und man bei jeder Kreuzung arg aufgepasst werden muss. Dann allerdings eroeffnete sich fuer mich quasi der "Garten Eden". Ein wirklich toll angelegter Park laedt foermlich jeden begeisterten Sportler, Radfahrer oder Laeufer - ja ihr habt richtig gelesen, die bekloppten Nordic-Walker gibt es hier nicht - ein. Hier habe ich nun auch dreimal meine Runden fuer das beginnende Wintertraining gedreht. Wirklich spannend......

Demnaechst aus Cordoba....

P.S. Endlich ist es gut warm hier unten, im Gegensatz zu D :-)

 

 


Ushuaia (11.10.2011)

Ushuaia  ist nicht etwa das spanische Wort fuer "Gesundheit", sondern bezeichnet die Stadt am Ende der Welt. Die Leute hier unten sind maechtig stolz auf dieses Faktum. Allerdings ist es hier vor Ort alles andere als hinterwaeldlerisch. Im Gegenteil, die Argentinier kommen vor allem wegen der guten Loehne nach Feuerland. Die Stadt waechst in den letzten Jahren unaufhoerlich, aber in ueberschaubarem Mass. Die Touristen muessen einige Pesos hier lassen, da die Preise als die teuersten Arg. gelten. Nun ja, fuer mich schwer zu beurteilen, weil ich der Meinung bin, dass der ganze Argentinien-Urlaub bisher fast europaeisches Preisniveau hat. Die Dinge sind groesstenteils annaehernd so teuer wie bei uns. Aber durch das "Schmalspurleben" als Backpacker lebt man dann doch wieder einigermassen guenstig.

Der "Nationalpark Feuerland" ist mehr oder weniger die schoenste Attraktion vor Ort. Neben schneebedeckten Bergen zeichnet diesen Park besonders seine Tierwelt sowie die zahlreichen Lagunen aus. Heute waren Dirk und ich nun einige Stunden zum Hiken, wie es neudeutsch so schoen heisst. Alles ganz nett bei bestem Wetter.

Erwaehnenswert ist noch die Tatsache, dass aehnlich wie bei uns in Deutschland die Leute mit Trekking-Klamotten herumlaufen. Im Gegensatz zu uns, wo die Passanten mit der "Jack-Wolfksin-Jacke" zum samstaeglichen Einkaufen gehen, benoetigen die Wanderer hier die Kleidung tatsaechlich. Festzustellen ist aber interessanterweise, dass gewisse Nationen bevorzugt einige Marken tragen. Ist jemand mit einer  "The North Face"-Jacke zu sehen, kann man auf einen Briten schliessen. Die Marke "Salewa" dagegen konnte noch keinem Land zugeordnet werden. Eins zum Abschluss ist sicher, "Jack-Wolfskin" habe ich hier noch kein einziges Mal gesehen und "Salomon" ist Marktfuehrer.....

Gruesse in die Heimat
 

 

 

Buenos (08.10.2011)

Mit dieser Begruessung werden die Leute hier in Chile und Argentinien tagsueber begruesst. Also wenigstens eine Gemeinsamkeit, den die beiden Laender miteinander haben. Wobei mir spontan noch die Gemuetlichkeit einfaellt, ob im Supermarkt oder im Cafe. Die Leute haben einfach Zeit und lassen sich nicht stressen. Ein schoener Gegensatz zum hektischen und stressigen Leben in D. Allerdings laesst siche die Geruhsamkeit nicht auf den Strassenverkehr uebertragen. Hier faehrt scheinbar jeder wild drauf los und Ampeln werden nicht beachtet. Umso mehr verwundert es, wenn ploetzlich ein Auto vor einem anhaelt, um Fuessgaenger ueber die Strasse zu lassen....

Die letzten Tage waren wir zwei dann wandern in Chiles Aushaengeschild, Torres del Paine.
dieser Nationalpark ist ziemlich im Sueden Chiles angesiedelt und besticht neben seinem rauhen Klima vor allem durch seine aussergewohenlich Landschaft. Um sich das Ganze besser vorstellen zu koennen, einfach mal bei google Torres del Paine eingeben. Der Park erinnert mit seinen Felsformationen ein bissl an die Dolomiten. Von unseren drei Tagen hatten wir leider an zwei bewoelktes Wetter, sprich eingeschraenkte Sicht. Nichts desto trotz war es ganz ordentlich mit dem Panorama.

Im Torres del Paine gibt es als bekannteste Wanderroute ein W zu laufen. Eigentlich im Vergleich zu einer Rundwanderung unspektakulaer, weil man einige Abschnitte hin und rueck geht. Aufgrund der Aussicht allerdings trotzdem nett. Ueberrascht waren wir beide ueber zahlreiche Wanderer, insb. Maedels, die bei Temp. knapp ueber null nachts im Zelt genaechtigt haben. Tagsueber waren es ca. 10 Grad, aber nachts  eben bitter kalt. Dirk und ich haben dann das halbwegs warme Refugio, vergleichbar mit einer Alpenhuette, vorgezoge. Allerdings wurde man hier preislich auch ordentlich abgezockt, Nationalparkpreise eben. Allerdings hat man abends im Refugio die Moegl. sich mit anderen Backpackern auszutauschen und sich ggf. noch den ein oder anderen Tipp fuer die weitere Reise zu holen....

Ab nach Feuerland in die suedlichste Stadt der Welt

 

 

 

Gruezi und Hallo (07.10.2011)

Angekommen fast am Ende der Welt, so koennte der Tagebucheintrag lauten. Der Perito Moreno, den wir hier unten besucht haben, war wirklich beeindruckend. Dieser Gletscher sucht sicherlich seinesgleich in den Alpen. Der Gletscher waechst nach Angaben der oertlichen Behoerden taeglich, allerdings hat man als Betrachter eher das Gefuehl, dass der Gletscher sich verkleinert. Dies liegt vor allem daran, dass hauefig auch tagsueber groesse Fragmente abbrechen und lautstark ins Wasser stuerzen. Dieses Spektakel sorgt bei den Touristen fuer helle Aufregung. Als  Dirk und ich mit dem Boot am Gletscher vorbeigefahren sind, konnten wir Zeuge diese Naturschauspiels werden. Wirklich gigantisch.
Im Rahmen unser guided-tour war auch eine kleine Wanderung auf den Balkonen rund um den Gletscher inbegriffen. Hier konnte man den Gletscher aus naechster Naehe bewundern und das noch aus div. Perspektiven. Die Freizeit nutzten wir beide an diesem Tag, um noch einige Pfade abseits der Touristenrouten kennenzulernen. Alles ganz nett.

Nach zwei Tagen in El Calafate und dem Moreno Gletscher sind Dirk und ich die vegangenen drei Tage im Busch wandern gewesen,kein Internet und Handy. wirklich wunderbar. Doch dazu demnaechst mehr....

Ob ich irgendwann nochmal Fotos hochladen werde, ist fraglich.
Ggf. sehe ich den ein oder anderen zu Weihnachten und wir schauen mal ne Auswahl an Fotos? Evtl. nochmal in einem Picasa-Webalbum, mal sehen?

Wen unsere Reiseroute interessiert, kann ja bisher mal nachschauen: Buenos Aires-Mendoza-Santiago-Pucon-Bariloche- El Calafate-Puerto Natales- Torres del Paine- Puerto Natales-....

Bleibt mir gediegen

 

 

 

Teil IV (01.10.2011)

Die Reise ging die letzten 28h weiter in Richtung Sueden und zwar nach El Calafete. Durch halb Arg. hat dieser Trip ueber einen Tag gedauert. Wirklich aetzend, aber was nimmt man nicht alles in Kauf. Dieser Ort ist relativ weit unten in Arg. Nur noch Feuerland ist suedlicher. Hier wollen wir nen bissl trekken, zu deutsch wandern, gehen. Am imposantesten ist wohl aber der Perito Moreno Gletscher, den wir morgen sehen werden. Dieser Gletscher waechst als einziger seiner Art auf der Welt jeden Tag um sage und schreibe 2m. Mal sehen, was uns erwartet.

Die Hostels sind groesstenteils relativ sauber, manchmal laesst das ein oder andere im Vergleich zum europaeischen STandard zu wuenschen uebrig, aber was will man erwarten im Backpacker-Urlaub. Dafuer sind wir meist guenstig unterwegs. Wenn man will, muss man nicht mehr als zehn Euro pro Nacht zahlen und hat sogar Fruehstueck inklusive. Ab und zu goennen wir uns aber auch fuer nen paar Euro mehr nen Doppelzimmer :-)

Es gibt noch mehrere Ereignisse nachzutragen, u.a die Thermalquellen in Pucon. Hier waren wir mit zwei Jungs aus dem hohen Norden Deutschlands, die auch in Suedamerika unterwegs sind. Bei 10 Grad Aussentemperatur und leichtem Nieselregen den ganzen Tag ueber war es ziemlich angenehm in den warmen Pools zu sitzen. Diese waren durch unterschiedliche Temperaturen charakterisiert, von ca. 18 - max. 40 Grad. Einfach nur herrlich, wie in der Sauna so zwischen ver. Temperaturen zu waehlen. 
Die Pools waren einfach genial in die Landschaft integriert . Neben einem Fluss, in dem sich die ganz Harten abkuehlen konnten, und durch Wackersteine ver. Groessen gekennzeichnet, konnten wir die Seele baumeln lassen. Der Outdoor-Bereich der Sauna in Ks ist dagegen uebirgens nen Witz :-)
Und wer waren die ersten Gaeste, die wir heri trafen. Natuerlich Leute aus Rheinland-Pfalz, die mit ihrem hier rueber verschifften Auto in Suedamerika unterwegs sind :-) Die Welt ist eben klein. 


Hasta luego

 

 

 

Guten Morgen nach Deutschland!!! (30.09.02011)

In der Zwischenzeit sind wir in Bariloche angekommen. Bariloche ist im Nationalpark Nahuel Huapi der Ausgangspunkt fuer einige Wanderungen. An diesem Ort sind wir mittlerweile auch schon etwa 4  Tage. Heute morgen werden wir dann ganz in den Sueden weiterfahren. Deshalb heute nur ein kurze Mitteilung.

Mit dem Spanisch ist das so ein Problem. Zwar denkt man, dass in einem spanischsprechenden Land eigentlich die Kenntnisse schnell wieder kommen muessten und das kommunizieren umso leichter faellt. Allerdings sind zum einen in unserem jetzigen Hostel einige Deutsche und Schweizer, zum anderen sprechen wir zwei ja auch immer Deutsch, so dass im Laufe des Tages ueberwiegend in Deutsch kommuniziert wird. Aber naja, es wird so langsam besser mit dem Spanischen, wobei das Reden eben das groesste Problem darstellt. Lesen und Schreiben funktioniert in den Basics recht gut......

 

 

 

Die Reise geht in Richtung Sueden weiter (25.09.2011)


Die Entfernungen hier unten in Suedamerika sind einfach unvorstellbar. Deshalb heisst es bei Reisen an den naechsten Ort laengere Busfahrten in Kauf zu nehmen. Sofern die Busfahrt keine interessaten Landschaft bietet, sollte man den Nachtbus nehmen. Das spart zum einen einen Uebernachtung und zum anderen ist man am naechsten Morgen am Zielort. 
Das sowohl in Chile als auch in Arg. hervorragend funktionierende Bussystem ist sicherlich ein grosser Vorteil beim Bereisen des suedamerikanischen Kontinents. Busse werden deshalb eingesetzt, weil das Schienennetz so gar nicht ausgebaut ist hier unten. Liegt sicherlich nicht zuletzt an den enormen topographischen Unterschieden. 
Man waehlt zwischen ver. Sitzklassen im Bus. Wir nehmen meist Semi-Cama, d.h. man kann den Sitz bis in die Fast-Horizontale verstellen und halbwegs, mit ein paar Stunden Schlaf die Nacht verbringen. :-)
Zwei wirklich geniale Fahrten ueber die Anden haben Dirk und ich schon hinter uns. Jedes Mal ein Grenzuebertritt sollte neben einer traumhaften Berglanschaft  das Highlight des Tages werden. Immerhin war der hoechste Berg ausserhalb des Himalayas, der Aconcagua, mit seinen knapp 7000 Metern zu sehen. Einfach beeindruckend. 
Die Kontrolle an der Grenze war zumindest von Arg. nach Chile interessant. Der komplette Reisebus wird durchleuchtet. Soll heissen, das jeder Passagier mit seinem Gepaeck einer Kontrolle durch den Drogenhund sowie des Durchleuchtungsapparillos unterzogen wird. Bei ca. 50 Passagieren pro Bus kann das ein wenig dauern. Aber diese Zeit ist bei der Route einkalkuliert. :-) Hier koennen wir meines Erachtens in der EU froh sein ueber nicht stattfindende Grenzkontrollen, da man den Touristen u.a einen enormen Aufwand erspart. 
 
Zwar wuerde ich zu diesen Grenzfahrten gerne einige Fotos praesentieren, allerdings war auch in den letzten Tagen der Internetzugang im Hostel spaerlich. Mal sehen, ob ich die Tage mal in ein Internetcafe komme, um euch ein paar Impressionen zu zeigen und auch die Fotos zu sichern.

Am dieser Stelle soll eine kleine Anekdote eingeflochten werden. Wie Dirk und ich inzwischen rausfanden,  haben die Einheimischen hier einen wirklich sehr einfallsreichen Trick um Touristen abzuzocken. So wurden wir am Eingang zum Bahnhof von zwei kleinen Argentiniern indigener Abstammung angehalten und freundlich darauf hingwiesen, dass wir doch Scmutz an unseren Hosen und unseren Rucksacken haetten. Uns wurde von dem Paearchen sogar ein Taschentuch angeboten, um die fluessige schwarze Paste abzuwischen. Wir haben allerdings schnell geschaltet und sind einfach weitergelaufen. ERst einige Meter spaeter, wo wir uns in Sicherheit gefuehlt haben, haben wir dann den "Schaden" begutachtet. Unsere JEans sowie die Ruecksaecke waren verschmutzt. Beim Saubermachen auf einer oeff. Toilette wurde uns vom dortigen Toilettenwart bestaetigt, dass die schwarze Paste rauszuwaschen und vergleicbar mit Ketchup an den zahlreich vorhandenen Hotdog-Staenden sei. Wir dachten uns zunaechst nichts bei dieser Aktion und waren nur etwas aergerlcih ueber die Behandlung als Tourist. Bei einigen Gespraechen im Nachhinein mit ver. Backpackern stellte sich nun  raus, dass sie ebenfalls "Opfer" der gleichen Masche geworden sind. Unsere Vermutung ist, dass durch das Verdrecken der Klamotten Verunsicherung bei den Touristen geschaffen werden soll; diese ihre Taschen kurz abzustellen, um nach dem Rechten zu sehen und dann eben beklaut werden.Nun gut, wor haben den Trick zwar nicht gleich durchschaut, sind aber intuitiv weitergelaufen und hatten somit all unsere 7 Sachen beisammen......

Bleibt mir gediegen und bis die Tage........
 


 

Gruess aus dem Sueden (21.09.2011)

Nach nun einigen Tagen ist es mir nun endlich moeglich einen kurzen Bericht zu verfassen. Bisher war auf aufgrund des doch sehr straffen Reiseprogramms keine Berichterstattung drin.  Aber der Reihe nach......

Nach einem schier endlosen dauernden  Flug von Buenos Aires, der mit Zwischenstopp ueber Rio sage und schreibe 18 Stunden gedauert hat, sind wir am vergangenen Samstag dann gegen 13.10 Ortszeit in Buneos Aires (BA), der Hauptstadt Argentiniens angekommen. Wir, d.h. an dieser Stelle,  Dirk, eine alter Schulfreund von mir - wir kennen uns nun schon einige Jahre - und ich. Ob ich nun doch ins Alter gekommen bin oder nicht, weiss ich nicht. Aber ueber eines bin ich mir im Klaren: in einer Sardinenbuechse wie die von TAM, bras. Fluggesellschaft, moechte man freiwillig keine Minute laenger bleiben.

Es sollte eine wirklich interessante Busfahrt in die Stadtmitte folgen. Mehrere Optionen stehen grundsaetzlich zur Verfuegung. Neben der teuersten Variante, dem Taxi, gibt es natuerlich auch die Moeglichkeit eines Bustransfers. Aus dessen Benutzung sind wir allerdings nicht ganz schlau geworden, so dass wir auf die guenstigste, aber auch am laengsten dauernde Variante des Transports zurueckgriffen. Die Busfahrt verlief auesserst interessant. Es wurden scheinbar saemtliche Bezirke von BA angefahren. (BA steht an hier selbstverstaendlich fuer Buenos Aires und nicht fuer den starken Mr. T aus der Serie A-Team). Ist man mit einer Koerpergroesse jenseits der 1,80m auf jeden Fall schon der Groesste. Eine lustige Erfahrung, waehrend man in unseren Breitengraden ja doch immer einen Riesen bei Konzerten oder Fussballspielen vor sich stehen hat :-)

Besonders beeindruckt hat mich die Groesse dieser unglaublichen Metropole. Der Grossraum BA hat ca. 13 Millionen Einwohner und nimmt damit ein Drittel der gesamten arg. Bevoelkerung ein. Aber auch die Architektur ist von faszinierendem Ausmass. In D ist man wohl 3-5 stoeckige Altbauten gewohnt, in BA sind diese mit 10-12 Stockwerken an der Tagesordnung. Das Gros der Innenstadt besteht daher aus Haeuserschluchten. Nichts desto trotz ist die Stadt sehr europaeisch gepraegt. Wer Madrid, Lissabon, Barcelona oder Rom kennt, hat einen Eindruck. Ggf. bei passender Gelegenheit mehr zu BA. Eines sei aber noch erwaehnt, der Stadtteil Palermo. Nette Strassencafes sowie eine italienisches Ambiente sorgten hier  fuer einen entspannten Tag.

Von BA sind wir dann nach Mendoza am Rande der Anden gefahren. Nach einer Nacht hier stand dann der Grenzuebertritt nach Chile an, hier ging es an einer malerischen Bergkette vorbei. Dazu demnaechst mehr....

 

Das Wetter zeichnet sich durch verlaesslich 20- 25 Grad tagsueber aus. In jedem der drei Staedte konnten Dirk und ich bisher die warmen Temp. bei meist klarem Himmel geniessen. In der Hoffnung auf aehnlich gutes Wetter fuer unsere Wandertouren erwarten wir auch hier die naechsten Tage.

Einige Ereignisse beschreibe ich an dieser Stelle etwas ausfuehrlicher, waehrend andere vielleicht unter den Tisch fallen oder spaeter noch Erwaehnung finden werden. Aber in einem mehrere Tage umfassenden Blog ist es eben immer schwer auf alle Ereignisse und Erlebnisse, die so passieren, einzugehen.

Wenn ihr euch nun fragt, warum die beiden Chaoten denn so ein straffes Reiseprogramm zu haben scheinen, dann sei euch gesagt, dass wir ja unseren Fokus auf den Sueden Chiles und Argentiniens gelegt haben. Dementsprechend viel Zeit wollen wir auch dort unten verbringen, natuerlich nehmen wir aber interessante Grossstaedte gerne mit. Am Ende werden wir sicherlich nochmal zwei Tage in Buenos Aires verbringen.....

Gestern Abend sind wir dann in Santiago de Chile, der Hauptstadt Chiles, angekommen. Hier werden wir mal sage und schreibe zwei  Naechte bleiben. Am heutigen Tag faehrt Dirk an meine alte Wirkungstaette, Valparaiso. Soll heissen, wo mir vor zwei Jahren zwei Jugendliche wortwoertlich den Arsch aufgerissen haben.  Auf einen erneuten Besuch habe ich logischerweise verzichtet und werde mir dafuer Santiago heute umso genauer  anschauen.

Fotos werden in den kommenden Tagen auch folgen, allerdings ist das mit dem Hochladen und Einstellen ohne eigenen PC alles nicht so einfach. Aber ich bin optimistisch......

Also bis die Tage und bleibt sauber!!

 

 

 

Saisonende und Abflug  (15.09.2011)

 

Nach einem durchwachsenen Sommer, von dessen Wettkämpfen es sich nicht wirklich zu berichten lohnt, bin ich nun in der Saisonpause angekommen. Das Jahr 2011 lief nicht wie geplant. Zwar gab es einige Erfolge zu verbuchen, allerdings wurden die angestrebten Bestzeiten deutlich verpasst. Diese Entwicklung hat unterschiedliche Ursachen, denen nun in der folgenden Saisonpause auf den Grund gegangen werden soll. Eines habe ich aber gelernt: "Der Mensch ist keine Maschine, Bestzeiten somit nur bedingt planbar. Es gibt eben (in Anlehnung an die Daily-Soap): "Gute Zeiten und Schlechte Zeiten."

 

Vielmehr erwarte ich meinen morgigen Abflug in Richtung Südamerika. Für die kommenden Monate werde ich ein Urlaubssemester einlegen, um zunächst einige Wochen den Süden Argentiniens und Chiles zu bereisen. Im Anschluss werde ich in der argentinischen Stadt Cordoba ein Praktikum ableisten. Zum Ende hin steht nochmals Reisen auf dem Programm, dabei widme ich mich höchstwahrscheinlich Uruguay.

 

In den kommenden Tagen und Wochen werdet ihr daher auf dieser Seite, sofern mir das zeitlich möglich ist, einige Reiseberichte lesen.

 

Also hasta luego und bleibt sauber!!!!!

 

 

 

Vogelsberger Südbahnlauf  (17.07.2011)

 

Bereits zum 8. Mal luden die Veranstalter „Dalles Kicker Unterreichenbach“, genau genommen die Lauftreff-Abteilung, zum Vogelsberger Südbahnlauf ein. Der fünfte Wertungslauf der Main-Kinzig-Challenge findet auf der alten Trasse der früheren Vogelsbergbahn statt. Bei den Läufern der Region hat sich der Lauf zu einem Geheimtipp entwickelt: durchstreifen die Läufer die schönen Wälder und Wiesen des südlichen Vogelsberges und erhalten während ihrer „Qual“ atemberaubende Panoramablicke.

Start und Ziel beim Südbahnlauf befinden sich am Sportplatz in Birstein-Unterreichenbach. Von den 310 m über NN geht es zunächst bergauf. „Schweiss, Tränen, Triumphe - besonders das Streckenprofil könnte den Puls in die Höhe treiben“, so heißt es in der Ausschreibung. Ganz so schlimm ist es dann wohl doch nicht. Sowohl Halbmarathonis als auch 10km-Läufer laufen bis km 5 auf ca. 410m über NN. Während Erstere damit den höchsten Punkt ihrer Laufstrecke erreicht haben, müssen Letztere noch ein wenig weiter klettern. Die 10er laufen auf der zweiten Streckenhälfte deutlich steilere Bergabpassagen hinab, die 21,1er laufen noch einige Kilometer auf und ab, um dann die letzten vier km steil bergab zu flitzen. Insgesamt verlaufen die Strecken teilweise auf dem asphaltierten Vogelsberger Südbahn-Radweg, aber auch auf befestigten Wald- und Feldwegen.

Bereits ab 7 Uhr am Sonntag Morgen und bis 30 Minuten vor dem jeweiligen Start konnten kurzentschlossende Läufer Nachmeldungen vornehmen. Aber nicht erst ab da, sondern ab ca. 4:45 Uhr gingen die Arbeiten der Veranstalter los. Nachdem am Vortag die groben Aufbauarbeiten geleistet wurden, hieß es Sonntag früh nochmals einen Streckencheck zu machen, zumal es in der Nacht heftig geregnet hatte.

So manchem Läufer steckte sicherlich noch die Nacht in den Knochen. Sind die Startzeiten des Südbahnlaufs doch recht zeitig, allerdings für die meisten Läufer als Frühaufsteher eher selten ein Problem. Außerdem stellen frühe Startzeiten am Morgen gerade bei heißen Temperaturen einen nicht zu unterschätzenden Vorteil für die Athleten dar. An diesem Tag war das wohl egal. Die Temperaturen lagen bei zunächst leichtem Nieselregen um die 15 Grad. Im weiteren Verlauf sollte aber der ein oder andere Wolkenbruch daniedergehen und den Läufern einigen Kampfeswillen abverlangen. Allerdings sollte der Zieleinlauf über den blauen Teppich den Höhepunkt eines anstrengenden, aber auch interessanten Laufs darstellen und für so manche Strapaze entschädigen.

 

Um 9.15 Uhr nahmen die 10 km Läufer ihren Abschnitt in Angriff. Hier konnte ich mich recht schnell vom Feld absetzen und meinen eigenen Stiefel laufen, so dass ich am Ende einen Start-Ziel-Sieg landete. Nach einer harten Prüfungswoche in der Uni, aber trotzdem einigen guten Trainingseinheiten war ich recht zufrieden mit meinem Lauf. An den Steigungen konnte ich jederzeit dosiert Druck machen, wollte aber auch nicht überzocken. Den Führungsradfahrer wollte ich schließlich nicht überholen :-) Im Gegenteil, dieser gab mir sehr gute Hinweise zum Streckenprofil und so wusste ich immer wann welche Steigung zu erwarten ist. Am Ende sprang ein neuer Streckenrekord in 33:54' auf der sehr welligen Runde heraus. Bin zufrieden und blicke nun optimistisch auf die etwas ruhigeren Semesterferien.

 

Während des Laufs wussten die Langstreckler durch die guten Streckenmarkierungen jederzeit über ihren Lauf Bescheid. Neben den Kilometerschildern wurden den Läufern zahlreiche Verpflegungsstellen geboten. Im Abstand von ca. 2,5 km gab es feuchte Schwämme, Wasser, Schorle und Limonade. Im Zielbereich erwartete die Finisher zusätzlich Obst, Muffins und alkoholfreies Weizenbier. Ein ausgebieges Kuchenbuffet ließ die erfolgreichen Athleten nach dem Lauf ihre Strapazen schnell vergessen. In gemütlicher Runde wurde bei Speis und Trank die ein oder andere Läuferanekdote ausgetauscht bzw. der Ehrung der schnellsten Läufer an diesem Tag entgegengefiebert. Bereits wenige Minuten nach dem Zieleinlauf konnten die Ergebnislisten eingesehen werden, erschienen aber auch relativ zeitnah im Internet. Da mussten Einige sich trotz der nahegelegenen Umkleiden und Duschen sputen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Siegerehrung der schnellsten Männer und FrauenGastfreundlichkeit der UnterreichenbacherZieleinlauf über den blauen Teppich, sichtlich trübes Wetter

 

 

  

Göttinger Altstadtlauf (06.07.2011)

 

Göttingen: wenn einem dieser Name über die Lippen geht, kreisen die Gedanken unweigerlich um die Universität in der südniedersächsischen „Metropole“. Bekannt für seinen guten Ruf nach Bildung und Forschung zieht es jährlich zahlreiche Studenten in die 120.000 Einwohner-Stadt. Kurz gesagt: das Leben in und um Göttingen ist geprägt durch das universitäre Leben.

Doch die Leine-Stadt hat noch einiges mehr zu bieten. Bereits seit 23 Jahren geben sich die Laufbegeisterten ein jährliches „Stelldichein“ in der Göttinger Innenstadt. Dort, wo Doktoranden nach erfolgreicher Prüfung das Wahrzeichen Göttingens, die „Gänseliesel“, küssen oder die Passanten den Charme der Fußgängerzone genießen, bestimmen am letzten Schultag vor den Sommerferien unzählige Läuferbeine das Geschehen. Die größte Volkslaufveranstaltung Südniedersachsens zieht in der Regel mehrere tausend Teilnehmer an. Der Göttinger Altstadtlauf hat bereits einige bekannte Namen in seinen Reihen. In den vergangenen Jahren konnten Seriensieger wie Jürgen Austin-Kerl oder Florian Reichert dem Lauf ihren Stempel aufdrücken.

Temperaturen um 27 Grad und eine drückende Wärme in den Gassen Göttingens sollten die Rahmenbedingungen des Altstadtlaufs darstellen. Ein eckiger Kurs durch Göttingens Altstadt sollte die Läufer zudem so manches Körnchen kosten. Zahlreiche Überrundungen für die schnellsten Läufer stellten ebenfalls ein nicht zu unterschätzendes Hindernis dar. Lediglich für die führenden Läufer fuhr ein Radfahrer den Weg „frei“.

 

Während mein Vereinskollege Timm sich souverän über die 5,2 km durchsetzen konnte, versuchte ich mich wenig später über die doppelt so lange Distanz:

 

Nach einer gemütlichen ersten Runde forcierte Sascha Großheim (Einheit Worbis) das Tempo und setzte sich eingangs der zweiten Runde ca. 40m vom Feld ab. Lediglich Florian Reichert versuchte dem Ausreißversuch des Thüringers zu folgen. Dahinter in Lauerstellung abwartend mein Wenigkeit und Knut Höhler. Eingangs der dritten Runde vereinigten sich die führenden Läufer dann zu einer Vierergruppe, die bis in den letzten Part des Rennens Bestand haben sollte. Erst im Laufe der vierten Runde fielen zuerst Höhler und dann Großheim aus der Spitzengruppe zurück, so dass Florian Reichert und ich gemeinsam auf die letzten beiden Runden steuerten. Stets um das Tempo bemüht  war ich den Großteil des Rennens in der Führungsarbeit zu sehen. Leider sollte diese Renntaktik nicht belohnt werden. Reichert zog das Tempo nochmals merklich an und konnte so schnell ein paar Meter Abstand gewinnen. Diesen Vorsprung ließ sich der Gymnasiallehrer für Englisch, Spanisch und Sport nun nicht mehr nehmen, so dass der fünfte Sieg in Folge eingefahren wurde. Schlussendlich musste ich mich nur um 9 Sekunden geschlagen geben (34:16.2 min. über 10,4 km), war aber mit meinem zweiten Platz sehr zufrieden. „Ich bin ganz unbefangen in das Rennen gegangen. Der Lauf war eine gute Standortbestimmung für mich. Nun weiss ich, wie mein Training für die nächsten Wochen auszusehen hat“, resümierte ich nach dem Rennen.

 

Mehr unter www.laufticker.de und www.psv-gwkassel.de/Leichtathletik.

 

 

Startaufstellung um 20.30 UhrZielleinlauf als Zweiter           

 

 

 

Erfolgreicher Besuch in der Heimat (19.06.2011)

 

Gleich nach dem JPMCCC in Frankfurt sollte am vergangenen Wochenende bereits der nächste Streich folgen. Der Heimaturlaub hat sich für mich gelohnt. Den Besuch bei meinen Eltern in Gelnhausen konnte ich mit einer Teilnahme am Dorflauf des TV Kefenrod verbinden. Anfänglich ein bisschen skeptisch über die leicht hügelige Strecke und meine Form drei Tage nach Frankfurt ging ich nichts desto trotz recht forsch an und verschaffte mir ziemlich schnell einen Vorsprung von 100m auf die nacheilende Konkurrenz. Nach der ersten von vier Runden war klar, dass ich den Sieg holen sollte. Mein eigenes Ziel bestand aber darin, ein gleichmäßigem Rennen zu laufen. Das ist nicht immer einfach, wenn man rein theoretisch allein vorneweglaufend nicht zwingend alles geben müsste. Mit der Unterstützung der Zuschauer an der Strecke und des Führungsrads sollte mir mein Vorhaben allerdings glücken. In 32:28 min. lief ich ins Ziel und konnte meines Erachtens auf dem anspruchsvollen Kurs eine gute Zeit verbuchen.

 

Es läuft also wieder, die kommenden Woche werde ich sicherlich wieder häufiger von meinen Trainings- und Wettkampferlebnissen berichten. Ihr dürft also gespannt sein.....

 

Unmittelbar nach dem Stat über 10kmZieleinlaufAllein auf weiter Flur

 

In der heimischen Presse sind auch einige Zeilen über meinen Erfolg zu finden. Mehr unter: 

http://www.gnz.de/index.php?id=9&backPID=9&tt_news=18684

 

 

 

JPMCCC in Frankfurt (16.06.2011)

 

Sicher werdet ihr euch fragen, was ich die letzten Wochen so getrieben habe, auf der Homepage erfolgte ja seit längerem kein Eintrag mehr. Nun, mein Studium hat mich in den letzten Wochen ziemlich gefordert, so dass ich zwar einigermaßen leistungsorientiert trainiert habe, es aber keine nennenswerten Wettkampfergebnisse zu berichten gab.

 

Am vergangenen Mittwoch sollte allerdings wieder ein Akzent meinerseits gesetzt werden. Beim JPMCCC, auch als Firmenlauf bekannt, in Frankfurt wollte ich mich über die 5,6km beweisen. Nach einem höllischen Beginn setzte ich mich in einer zweiten Spitzengruppe fest. Im Nachhinein gesehen vielleicht etwas zu vorsichtig angelaufen, konnte ich mit meiner Taktik auf den letzten zwei Kilometern noch einige Läufer einsammeln, für ganz vorne sollte es allerdings nicht reichen. Zumdem wurde ich auf der Zielgeraden noch von zwei Läufern überspurtet, was letztlich für mich Platz 8. und eine Zeit von 17:12 min. bedeutete. Diese Zeit ist zwar meine bisher schlechteste Leistung beim Firmenlauf, allerdings vor dem Hintergrund des Trainings der letzten Wochen durchaus zufriedenstellend.

 

 

 

Deutscher Hochschulmeister (10.04.2011)

 

Erfolgreich bin ich dieses Mal in meine Kasseler Wohnung zurückgekehrt. Die Uni Kassel triumphierte in der Besetzung  Jörn Harland, Jens Nerkamp und Thomas Thyssen bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften über 10km.

 

Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um 20 Grad fand bereits im fünften Jahr der Wittener UniRun statt. Das Triathlon-TEAM Witten veranstaltet in Kooperation mit der Privatuniversität Witten/Herdecke das Spektakel in der Läuferstadt Witten. Wie in den Jahren zuvor waren in diesem Rahmen die Deutschen Hochschulmeisterschaften über 10km Straße in der westfälischen Metropole zu Gast.

 

Die Streckenführung über 10km sollte allerdings ihre Besonderheiten aufweisen. Start und Ziel des 2,5km-Rundkurses lagen jeweils auf dem Campus der Wittener Uni. Es galt für die Läufer neben zahlreichen Ecken und Höhemetern vor allem die unterschiedlichsten Bodenbeläge zu überwinden. So ging der Rundkurs u.a. über ein Hofgut sowie Kopfsteinpflasterpassagen, aber auch über ca. 40% Schotterwege.

 

Von diesen Äußerlichkeiten ließen wir (das Team der Universität Kassel) uns allerdings wenig beeinflussen. Aufgrund des profilierten und eckigen Streckenverlaufs war für die meisten Athleten klar: eine schnelle Zeit ist utopisch, vielmehr sind die Platzierungen, insbesondere für die Mannschaftswertung, entscheidend.

 

An der Spitze kam es zu einem erbitterten Zweikampf zwischen dem Potsdamer Stefan Hubert und dem Bochumer Youssef Essafi. Beide drückten ordentlich aufs Tempo, so dass am Ende sogar noch eine Verbesserung der letztjährigen Ergebnisse zustande kam.

 

Die Kasseler Athleten liefen permanent unter den ersten Acht. Einen kämpferischen Eindruck hinterließ Jens, der etwas forsch begann, aber trotzdem versuchte jederzeit das hohe Tempo zu halten. Am Ende lief er in 32:35 min. als guter Vierter ein. Mit Thomas im Schlepptau entschied ich mich für ein gleichmäßiges Tempo. Bis in die vorletzte Runde blieben wir beide zusammen, bevor ich  mich leicht absetzen konnte. Am Ende standen für mich 32:47 min. zu Buche und Platz fünf. Thomas  folgte als Siebter in 33:08 min.

 

Der Mannschaftssieg (Zeitaddition der einzelnen Läufer) ging dementsprechend an die Uni Kassel in der Besetzung Nerkamp, Harland und Thyssen. Unser Trio aus der Documenta-Stadt siegte in der Zeit von 1:38:32 h deutlich vor der TU Dortmund. „Wir sind super zufrieden mit unserer Leistung“, bilanzierten wir Kasseler Studis den Teamerfolg vor der Presse.

 

Mehr unter www.laufticker.de oder www.psv-gwkassel.de/Leichtathletik.

 

 

Die erfolgreichen Hochschulsportler  der Uni Kassel, einmal vorm Rennen und einmal bei der Siegerehrung 

 

 

 

Portrait über Ryan Hall (08.04.2011)

 

Abseits der Laufbahn bin ich - wie einige bereits wissen - als laufticker.de-Reporter unterwegs. Im Rahmen dieser Tätigkeit veröffentliche ich neben meinen Laufreportagen auch Rezensionen über Sport- und Laufbücher. Unter www.laufticker.de/buecherkiste/detail/article/running-with-joy-ryan-hall.html könnt ihr eine Kritik des Buches "Running with Joy " von Ryan Hall nachlesen. Schaut doch mal rein....

 

 

 

Berliner Halbmarathon (07.04.2011): Null

 

"Satz mit 'x' - das war wohl nix" kann man kurz und knackig meinen Auftritt in Berlin zusammenfassen. Es war wohl einfach nicht mein Tag. Neben einerzu hohen Erwartungshaltung scheiterte ich wie so viele Eliteläufer an den warmen Temperaturen. Bei km 5 merkte ich bereits, dass es nichts werden sollte. Bei km 8 war die Motivation dann gebrochen und die Erkenntnis "es nicht weiter zu versuchen" hielt Einzug.  In einem halbwegs zügigen Tempo beendete ich  zwar den Lauf, nahm mir allerdings vor Körner zu sparen. Diese Taktik sollte sich dann für die Deutschen Hochschulmeisterschaften eine Woche später auszahlen. Also wieder was gelernt: Es ist besser mit Verstand zu laufen, als mit der Brechstange. Wichtig ist, zu erkennen, wenn es nicht läuft und dann die richtigen Schlüsse zu ziehen.

 

 

 

Trainingslager Portugal (25.03.2011)


Alle Jahre wieder lautet das Motto für mein Frühjahrstrainingslager: "Portugal". In alt bekannter Manier fahre ich bereits seit Jahren in den Süden Europas, um mir die erforderliche Grundlage für die weitere Saison zu holen.

Vom 14.03. - 23.03.2011 schlug ich im zuletzt durch die Cross-EM bekannt gewordenen Albufeira  meine Zelte auf. Dort habe ich mit ein paar Laufkollegen sehr gut trainieren können. Temperaturen um 20 Grad sowie die  Crossstrecke direkt vor der Haustür motivierten mich. Aber was erzähle ich, lasse ich doch lieber die nachfolgenden Eindrücke sprechen:

 

 

 

 

 

Heimatbesuch mit Wettkampf (27.02.2011)

 

Die vergangene Trainingswoche konnte ich erfolgreich mit einem Wettkampf beenden. Geplant war nach einem Intervallprogramm und einer Einheit mit Wiederholungsläufen ein Tempodauerlauf zum Wochenausklang. Dieser sollte in Nidda-Wallernhausen über die Bühne gehen. Der dortige Wintercross über 10 km zeichnet sich vor allem durch 190 Höhenmeter aus. Zudem forderten schlammige Wald- und Forstwege unermüdlichen Einsatz von den Läufern.

Von Beginn an versuchte ich aufs Tempo zu drücken, den Streckenrekord im Visier. Allerdings sollte es bei den nicht optimalen Streckenverhältnissen und dem ständigen Auf und Ab (daher Zwischenzeiten nicht vergleichbar) ein schweres Unterfangen werden. Zu jeder Zeit versuchte ich Druck zu machen und keine Nachlässigkeit zuzulassen. Am Ende finishte ich in 33:54 min. auf dem ersten Platz, dreißig Sekunden zu langsam für den Streckenrekord. Allerdings wird dieser auch vom ehemaligen deutschen Marathonmeister Philipp Ratz gehalten.

Schließlich war ich mit meiner gezeigten Leistung zufrieden und blicke optimistisch auf das erste Saisonhighlight. Am 13.03. werde ich beim Lauf "Rund um das Bayer Kreuz" in Leverkusen mit starker Konkurrenz am Start stehen.

 

Mehr unter www.laufticker.de

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